Der stille Krieg

Bewertung: 5 / 5

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Zyklus: ~
Titel: Der Stille Krieg
Originaltitel: The Quiet War (2008)
Autor: Paul J. McAuley
Übersetzung: Sara Riffel
Buch/Verlagsdaten: Heyne Verlag, 719 Seiten, ISBN: 978-3-453-52662-4

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Nach dem Niedergang der Wirtschaft im Zuge der rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen der Erde entfliehen viele Menschen dem Elend und gründen Kolonien im Weltall. Dem Rest der Bevölkerung gelingt es schließlich, die Probleme wieder in den Griff zu bekommen, und ganze Wissenschaftsbereiche befassen sich nur damit, die verödeten Regionen des Heimatplaneten wieder urbar zu machen. Die Exilanten betrachtet man jedoch mit größtem Argwohn, denn zum einem lastet man ihnen an, den Rest der Erdbevölkerung im Stich gelassen zu haben, zum anderen steht die Frage im Raum, ob diese Menschen nach all den genetischen Modifikationen noch der menschlichen Rasse als zugehörig erachtet werden können. Vor diesem Hintergrund agieren verschiedene Protagonisten wie Dave #8, ein Klonelitekrieger, Cash Baker, ein Söldner, der richtig heiß auf einen Krieg ist, oder eine Wissenschaftlerin, die zum Spielball der Machtblöcke wird. Doch keiner von ihnen kann oder will verhindern, dass es zum Krieg zwischen der Erde und den Kolonien kommt.

Um es vorwegzunehmen: Der Stille Krieg ist streng genommen ein überflüssiges Buch, denn die Ideen, die präsentiert werden, sind allesamt alt und verbraucht. Der Autor gibt sich auch keine große Mühe, den Ideen etwas Neues abzugewinnen, sondern beschränkt sich darauf, das zu wiederholen, was seine Kollegen vor 20, 30 oder gar 40 Jahren schon geschrieben haben. Sei es der Konflikt zwischen der Erde und den Kolonien im Sonnensystem, sei es genetisches Lifting, sei es die Steuerung und Erziehung von Klonwesen oder die Herrschaft von Großkonzernen über eine politisch veränderte Erde. Wenn man noch berücksichtigt, dass die Protagonisten meist über weite Teile blass bleiben und die Handlung wenig inspirierend ist, so fragt man sich, warum man sich bei Heyne dazu durchgerungen hat, den Roman auf Deutsch herauszubringen. Davon hätte man ruhig Abstand nehmen können - vor allem wenn man bedenkt, dass es Autoren gibt, die es viel eher verdienen würden, übersetzt zu werden. Normalerweise könnte man noch sagen, dass dieses Buch vielleicht für Leser interessant wäre, die von Science Fiction nicht so viel Ahnung haben, aber auch als Einsteigerroman eignet sich das Werk nicht, denn die Geschichte ist dafür zu sperrig und zu fernab des Mainstreams. So kann ich nur sagen, das war mein erster und letzter Roman von Paul J. McAuley, den ich gelesen habe. Eine herbe Enttäuschung.
4 von 10 Punkten.

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