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Der Schatten des Folterers (Neue Sonne - Band 1)

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Serie / Zyklus: Das Buch der Neuen Sonne - Band 1
Titel: Der Schatten des Folterers
Originaltitel: The Shadow of the Torturer (1980)
Autor: Gene Wolfe
Übersetzer: Reinhard Heinz
Cover: Don Maitz
Verlag / Buchdaten: Heyne Verlag

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Gut behütet wächst der Junge Severian in der großen Zitadelle der Stadt Nessus auf. Bis darauf, dass er als Lehrling hart arbeiten muss, fehlt es ihm an nichts. Doch Severian ist nicht Lehrling irgend einer Gilde, sondern er wird zum Folterer ausgebildet. Erst nach und nach erfährt Severian, dass seine Gilde niemanden kalt lässt. Die einen fürchten die Folterer, die anderen bewundern sie als unbestechliche Hand des Gesetzes. Doch genau dagegen verstößt Severian, als er einer Gefangenen den Gnadentod erlaubt, indem er ihr ein Messer zusteckt. Severian, gerade erst Geselle geworden, wird aus der Gilde ausgestoßen, doch sein ehemaliger Meister will ihn versorgt wissen und schickt ihm in eine entfernte Stadt, wo ein Henker gesucht wird. Für diesem Zweck übergibt ihm sein Patron ein wertvolles Henkerschwert mit Namen Terminus Est. Severian macht sich auf den Weg, doch zunächst muss er erst einmal die gewaltige Stadt Nessus durchqueren, die er, obwohl sie seit Geburt seine Heimat ist, überhaupt nicht kennt.

Ganz ohne Zweifel: Der Schatten des Folterers ist ein ungewöhnlicher Roman. Autor Gene Wolfe wandelt fernab jeglicher ausgetretener Fantasy Routen und bieten dem Leser eine Geschichte, die es in sich hat. Allen, denen die zuckersüße Fantasy mit Elfen und Zwergen zuwider ist, werden hier wahrscheinlich großes Lesevergnügen finden. Severian, der Protagonist, ist eine sehr interessante Figur - weniger wegen seines Wesens als eher von seinem Hintergrund her. Das Handwerk des Folterers und Henkers ist für ihn, der von den Folterern aufgezogen wurde, das normalste in der Welt. Andererseits ist die normale Welt für ihn vollkommen unbekannt. Diese Polarität zeichnet den Roman aus. Doch wer nun glaubt, dass Gene Wolfe in dem Roman Blutorgien beschreibt, der irrt. Ganz dezent und nur, wenn es für die Handlung unbedingt notwenig ist, beschreibt er die Vorgänge. Ansonsten liest man nur wenig davon.

Der Roman ist gänzlich in Berichtform verfasst. Severian berichtet von seinem Leben, dass, wie Severin in seinem Bericht mehrfach andeutet, noch einige interessante Wendungen durchlaufen wird. Dabei zeigt sich der Autor als wahrer Meister, denn seine Geschichte hat keine Durchhänger und seine Beschreibung, selbst die Belanglosigkeiten, sind stets interessant. Abschließend kann man sagen, dass der Roman nicht nur für Genrekenner, sondern auch für SF Fans und enttäuschte Fantasy Leser interessant ist. Ich gebe dem ungewöhnlichen, frischen Roman 9 von 10 Punkten.

Die Geschichte stellt den Auftakt eines Zyklus mit dem Titel Das Buch der Neuen Sonne dar und wird mit dem Roman Die Klaue des Schlichtersfortgesetzt.

 

Der Schatten des Folterers - Rezension von Andreas Muegge

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