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Der Remburg-Report

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Serie/Zyklus: ~
Titel: Der Remburg-Report (2009)
Originaltitel: ~
Autor: Jan Gardemann
Titelbild: Timo Kümmel
Übersetzer: ~
Verlag/Buchdaten: Atlantis Verlag; 12,90 €; ISBN 978-3-941258-03-7

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Michael Neustädter leidet an einer seltsamen Krankheit: Immer wieder verliert er das Bewusstsein, wenn er starken Ängsten ausgesetzt ist. Dass der Mann sich entschieden hat, Journalist zu werden, vermag er selbst nicht zu begreifen, doch dann stellt er fest, dass die Blackouts einen Nebeneffekt haben: Er sieht Vergangenes und erlebt aus der Sicht anderer Personen deren Erlebnisse. So erfährt er von Lena, einer Frau, die in Mafiamachenschaften hineingezogen wurde und kurz darauf spurlos verschwand. In seinem Bestreben, Lena zu finden, stößt er auf eine Geschichte, die selbst für den hart gesottensten Journalisten nur schwer zu glauben gewesen wäre: In der scheinbar durchschnittlichen deutschen Stadt Remburg treiben Aliens mit dem Mafiaboss unverständliche Pläne voran und eine geheime Organisation, bestehend aus übersinnlich begabten Menschen, kämpft dagegen an. Und mitten drinnen steht Michael Neustädter, der versuchen muss, seinen Kopf zu retten.

Zugegeben, die Geschichte wirkt sehr klischeehaft, aber der Roman liest sich erstaunlich gut. Jan Gardemann beherrscht ohne Zweifel sein Handwerk und die ständigen Wechsel zwischen der laufenden Handlung und den Flashbacks verleihen dem Roman sehr viel Leben und so hält der Autor das Spannungsniveau bis zum Ende hin sehr hoch. Die Protagonisten, allen voran Michael Neustädter, sind gut konzipiert und der Autor steuert sie mit sicherer Hand durch seinen Roman, wobei er sich auch die Zeit nimmt, seine Figuren weiter zu entwickeln. Zum Ende hin wird alles ziemlich verrückt, aber auch das passt zum Roman, der irgendwo zwischen Pulp und ernsthafter Science Fiction hin und her pendelt.
Eine abschließende Wertung fällt schwer. Der Roman besticht mit einer Leichtigkeit, die dem Leser vergnügliche Stunden beschert. Auf der anderen Seite fehlt der Anspruch, eine wirklich großartige Geschichte zu erzählen. Jan Gardemann bewies, dass er sein Handwerk sehr gut versteht.  Er hat  einen Roman verfasst, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselte, doch warum sich mit einer klassischen Pulp-Geschichte zufrieden geben? Sicher, der perfekte Roman ist ein schwieriges Unterfangen, doch hier hatte ich das Gefühl, dass der Autor auf Nummer Sicher gegangen ist. Und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Den Roman zu den besten deutschen SF-Werken des Jahres zu zählen ist sicherlich richtig. Doch ich meine, Joe Gardemann hätte noch mehr erreichen können, wenn er mehr Abstand zu alten Pulp-Themen genommen hätte.
7 von 10 Punkten.

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