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Der Orden

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Reihe / Serie:
Titel: Der Orden
Originaltitel: coalescent (2003)
Autor: Stephen Baxter
Übersetzer: Peter Robert
Titelbild: ~
Buch/Verlagsdaten: Wilhelm Heyne Verlag 52012 638 Seiten

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Im Nachlass seines gerade verstorbenen Vaters findet George Poole ein Foto, an das er sich gar nicht mehr erinnern kann. Es zeigt ihn mit seiner älteren Schwester und einem gleichaltrigen Mädchen, dass seine Zwillingsschwester sein könnte. Die Schwester die er nie richtig kennen lernen konnte, da sie gänzlich aus seinem Gedächtnis gestrichen wurde und schon sehr früh das Elternhaus verliess. Ein mysteriöser Orden nahm sie in ihre Obhut und bei der Durchsicht der Dokumente findet George Kontoauszüge, aus denen hervorgeht, dass sein Vater bis zu seinem Tod an diesen Orden bezahlte. Da George gerade in einem Tief steckt und sein gut bezahlter Posten wohl bald in Arbeitslosigkeit mündet, nimmt er sich eine ‚Auszeit’ und beschliesst seine Schwester zu suchen. Mit einem Umweg über die Vereinigten Staaten erfährt er von diesem seltsamen Orden, den doch wieder niemand kennt, aber in der nähe des Vatikans angesiedelt ist und dort doch bekannt sein sollte. Dabei findet er heraus, dass seine Eltern aus Geldnot seine Schwester an diesen ominösen Orden verkauften. Dabei stellt sich bei weiteren Nachforschungen heraus, dass seine Eltern von der Ordensgründerin abstammen.

Rückblende:
Auf dem Dachboden findet er neben alten Comics auch eine Bildergeschichte, die seine ältere Schwester einmal in der Art von Comic erzählte. Es ist die Geschichte der Auslands-Römerin Regina.
Noch viel früher:
Scheinbar gibt es die Vorfahrin Regina tatsächlich. Im vierten jahrhundert nach Christus lebte sie mit ihren Eltern in Britannien. Das Reich war im Niedergang begriffen, die besetzten Länder warfen nach und nach das Joch der Unterdrückung ab. Regina wuchs im unsicheren Britannien auf, dessen römische Grenzen dort von einfallenden Sachsen immer mehr bedroht wurden. In jener Zeit wurde Regina mit ihrem Grossvater nach Rom verschlagen. Auch hier bemerkte das junge Mädchen den fortschreitenden Niedergang und suchte und fand einen Zufluchtsort für ihre Familie. Die Eltern von ihr starben bei einem Eifersuchtsdrama in Britannien, warum auch ihr Grossvater sie zu sich nahm. Mit ihrer neuen Familie fand sie dann in Rom eine Zuflucht, die sich Jahre später bei der Plünderung Roms durch die Vandalen auch bestens bewährte. Aus dieser Zuflucht heraus entstand ein Orden, der das Überleben der weiblichen Mitglieder durch alle Wirren der noch kommenden Zeiten ermöglichen sollte. Nach etwa anderthalb Jahrtausenden bewirkte der Orden bei seinen Mitgliedern sehr anschauliche Veränderungen. Der Handlungsträger George Poole fühlt sich von der Familie seltsam angezogen. Gleichzeitig fühlt er sich aber auch abgestossen und ist über verschiedene Dinge äusserst entsetzt. Tausende weibliche Ordensmitglieder leben tief unter den Kellern Roms in der sogenannten Krypta, um dort als Gebährmaschinen zu leben. Der Orden selbst handelt mit Informationen, Genetischen Einzelheiten und vieles mehr. Vor allem weil der Orden lückenlose Aufzeichnungen von 1600 Jahren zur Verfügung hat, kann er sich diesem Geschäftszweig annehmen. Doch das ist bei weitem nicht der Hauptpunkt. Georges Freund, Peter, der eine Zeitlang sich um Georges Vater kümmerte, ist ein Verschwörungstheoretiker. Gemeinsam kommen sie den Gebärmaschinen auf ihr Geheimnis. Die Schwestern des Ordens sind wohl so etwas wie eine Horde Ameisenköniginnen, die nichts anderes tun, als Kinder auf die Welt zu bringen. Andere Frauen dieser Gemeinschaft haben andere Aufgaben. Letztlich ist es ein Rückschritt der Menschheit hin zu einem Ameisenstaat.

Der neue Roman von Stephen Baxter ist, obwohl so ausgezeichnet, kein Science Fiction Roman. Nur weil ein paar Abschnitte in der Zukunft spielen, und somit schon von vornherein das Ende wegnehmen. Genausowenig ist der Roman ein Fantasy-Roman, nur weil auf die Arthus-Saga erwähnt wird und in der römischen Vergangenheit spielt. Nebenbei gibt es immer wieder belanglose Erwähnungen von astronomischen Ereignissen, die wie vieles Andere, überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben. Der Thriller wird hingegen auch nicht seinem Namen gerecht, da das Buch über lange Strecken recht langweilig wird. Seine Charakterisierung der Personen ist manchmal recht originell, doch reissen sie die Handlung nicht gerade aus ihrem Tief heraus. Meine Spannung bestand darin, darauf zu warten, dass es spannend wurde. Während Stephen Baxter für mich in anderen Romane ein durchaus guter bis sehr guter Autor ist, legt er mit ‚Der Orden’ ein eher unterdurchschnittliches Werk vor. An ihm scheiden sich die Kritiker in solche, die ihn gut finden, und solche, die ihn schlecht finden.

Der Orden - Rezension von Ulrich Karger

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