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Der Mond ist eine herbe Geliebte aka Revolte auf Luna

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Serie/Zyklus: ~
Titel: Der Mond ist eine herbe Geliebte, auch: Revolte auf Luna
Originaltitel: The Moon is a harsh Mistress (1967)
Autor: Robert A. Heinlein
Übersetzer: Wulf H. Bergner
Verlag/Buchdaten: Bastei Lübbe, 1996

Besprechung / Rezension von Christian Plötz

Kolonien, und wenn sie auch nur aus Sträflingen bestehen, haben die üble Angewohnheit, sich vom Mutterland zu lösen, und unabhängig zu werden. So ging es England 1776 und nun geht es der Erde ähnlich. Die Mondkolonisten sind es leid, beim Export ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse übervorteilt zu werden. Die ökonomischen Missverhältnisse führen auf dem Mond zur Forderung nach politischen Änderungen. Allerdings haben die "Loonies" wie sie sich selbst nennen, keine Chance, ihre Forderungen durchzusetzen. Sie verfügen über keinerlei Militär und keine Waffen. Aber auf dem Mond gibt es einen riesigen Computer, der ursprünglich dazu konzipiert war, die Versorgungsleitungen und die Frachtkatapulte zu steuern. Dieser Computer besitzt ein Bewusstsein. Er ist lebendig, und er ergreift Partei für die Separatisten. Es gelingt ihm, die Frachtkatapulte umzurüsten und als Waffe gegen die Erde einzusetzen. Nach und nach wird er "Adam Selene", der geheimnisumwitterte Führer der Revolution, den nie jemand persönlich zu Gesicht bekommt, der aber allgegenwärtig zu sein scheint.
Trotz dieses mächtigen Verbündeten ist es noch immer nahezu aussichtslos, die große, in allen Belangen überlegene Erde herauszufordern. Dennoch scheint der Krieg für die Loonies mit einem Erfolg zu enden, obgleich ein Toter mehr als andere beweint wird.

Anmerkung: So eine Revolution scheint ja recht einfach zu sein. In den nächsten Semesterferien mach ich das auch mal ... Aber im Ernst, Heinlein entwirft beispielhaft eine Revolution und ihre Entstehung, wie sie ablaufen könnte, und auch ablaufen sollte, aber in der Realität noch nie abgelaufen ist. Revolutionen pervertieren - sie entfernen sich von ihren geistigen Wurzeln. De facto handelt es sich um die Entmachtung einer Klasse durch eine andere. Losgetreten wird das Ganze von einem Haufen Idealisten, die glauben sie könnten die hehren Ideale ihrer Lieblingsphilosophen auf die Realität übertragen. Das hat weder im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg so funktioniert, noch 15 Jahre später in Frankreich. Diese Idealisten müssen Wölfe züchten um die Mächtigen zu stürzen. Danach werden sie meistens selbst gefressen.
In Frankreich ist dies am deutlichsten in der Zeit zwischen 1791 und 1793. Aber auch die Väter der amerikanischen Verfassung hatten wohl was anderes im Sinn als dem reinen Materialismus den Weg zu bereiten.

Auf dem Mond hat es aber funktioniert. Auf der Erde müssen wir uns wohl damit abfinden, das sich bei einer Revolution nur die Spieler, aber nie das Spiel ändert. Gutes Buch, leider zu schön um wahr zu sein.

Bewertung. 7 von 10 Punkten

Der Mond ist eine herbe Geliebte - Rezension von Rupert Schwarz

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