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Startseite - Film - Animation - Der König der Löwen
Der König der Löwen
Film - Animation

Titel: Der König der Löwen
Originaltitel: The Lion King
Regie: Roger Allers, Rob Minkoff
Drehbuch: Irene Mecchi, Jonathan Roberts, Linda Woolverton
Musik: Hans Zimmer (Musik), Elton John (Songs)
Sprecher (im Original): Matthew Broderick, Rowan Atkinson, James Earl Jones, Jeremy Irons, Whoopi Goldberg, Cheech Marin
Laufzeit: 88 min
FSK: ohne Einschränkung
USA, 1994

Eine Besprechung / Rezension von Andreas C. Lazar
(weitere Rezensionen von Andreas C. Lazar auf fictionfantasy findet man hier oder auf seiner Webseite moviebazzar.de)

Ach, was soll ich sagen? Es ist ja mal wieder alles Disney-typisch perfekt: exzellente Sprecher wie James Earl Jones oder Jeremy Irons hauchen ihren aus dem Gesicht geschnittenen Löwen überzeugend Leben ein, während sich schöne und dezente Elton-John-Musik und wunderbare Afrika-Gemälde um sie herum entfalten. Die gelungenen und lebensechten Animationen, die leuchtenden Farben und die vielen Spezialeffekte suchen ihresgleichen, und den Kindern wird mit den Sidekicks einiges geboten.

Aber dennoch will sich das aus Filmen wie Aladdin oder Fantasia bekannte heimelige und kuschelig-geborgene, sympathische Disney-Feeling nicht einstellen. Sind es die bis auf Sir Eltons Lieder eher vorhersehbaren und wenig einfallsreichen Songs? Liegt es an der zusammengeklauten Hamlet-Geschichte, die allzu kalkuliert und lieblos von Simbas unbeschwerter Kindheit über den Tod seines Vaters bis zur Begegnung mit den nur leidlich humorvollen und politisch korrekten Kumpanen Timon und Pumbaa so genau wie ein Metronom voranschreitet? Ist es die unnötige und ungewohnt drastische Brutalität, die bei der Stampede-Szene und der schließlichen Tötung Scars zum Ausbruch kommt? Normalerweise stürzen die Disney-Bösewichte Wasserfälle oder Kirchen herunter oder werden auf ähnlich anonyme Weise beseitigt. Zwar verrät dies eine bedenkliche "Wer-böse-ist-muß-sterben"-Einstellung seitens der Disney-Verantwortlichen, es scheint mir aber für einen Kinderfilm dennoch wesentlich angebrachter als die grausame Zerfleischung Scars durch die unerbittlich mahlenden Kiefer der Hyänen, nachdem Simba ihn besiegt hat.

Auch die Verbrannte-Erde-Darstellung der Pride Lands während Scars Schreckensherrschaft ist etwas starker Tobak für einen so eindeutig auf Merchandising und zahlungswillige Kinder ausgelegten Zeichentrickfilm und verstärkt den Eindruck, dass man sich nicht die Mühe gemacht hat, einen schönen Film mit einer positiven Botschaft zu drehen, sondern lieber flugs ein perfektes, aber nur halb durchdachtes, seelenloses Merchandise-Vehikel zusammengebastelt hat, einen Marketing-Zombie, so lebendig wie die Actionfiguren bei McDonalds.

2.5 von 5 Sternen

Kommentare (8)Add Comment
Jürgen Eglseer
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geschrieben von eglseer, Juli 12, 2008
Persönlich kann ich nicht viel mit Filmen direkt aus der Disney-Werkstatt anfangen. Das Heile Welt-Prinzip a la Bambi ist mir auf die Dauer zu nervig und macht alles, nur nicht unterhalten. Unabhängig davon ist die handwerkliche Qualität der Filme.
Ausnahmen davon sind Das Dschungelbuch (Kindheitserinnerungen) und Atlantis. Bei letzteren wird sogar nicht gesungen!
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geschrieben von raps, Juli 12, 2008
Das mit dem Singen habe ich nie verstanden. Haben das die kleinen Kiddies so sehr geliebt, dass die Disney-Leute das gequälte Aufstöhnen des erwachsenen Publikums ignorieren konnten? Oder bin ich ein untypischer Gesangsmuffel?
Jürgen Eglseer
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geschrieben von eglseer, Juli 12, 2008
Also bei Dschungelbuch ist das meistens noch groovie, aber der Rest ist IMHO kaum zu ertragen. Filme wie Bambi, Chap und Chapper oder auch der König der Löwen mit dem von mir ziemlich ungeliebten John Elton sind ein Grund, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, das Fernsehprogramm zu wechseln. Nichtsdestotrotz heimsen die Filme immer wieder grosse Preise ab, vielleicht sind wir einfach nur nicht kompatibel, Rainer. Ich kenne beispielsweise einen Mitredakteur, der gar mehr als ein Dutzend dieser Filme im Regal stehen hat.... ;-)
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geschrieben von raps, Juli 12, 2008
Mmh, ein glattes Dutzend? Aber doch sicher nur, weil er drei gute Entschuldigungen dafür hat? Oder mag er womöglich selbst ... - nein, undenkbar! :-)
Jürgen Eglseer
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geschrieben von eglseer, Juli 12, 2008
Wie die Überschrift schon sagt - es ist alles eine Sache der SIchtweise - vielleicht sind wir beide einfach nicht im Sog des vielleicht guten Geschmacks und kapieren einfach nicht, das überaus nette Stories und ein himmlischer Gesang angesiedelt zwischen Oper und Schlager das Nonplusultra sind. Grins
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geschrieben von Donovans_Hirn, Juli 12, 2008
Das mit den Gesangseinlagen ist mir ebenfalls rätselhaft. Viel unheimlicher ist natürlich die Vorstellung, was passiert, wenn man die Lieder rückswärts ablaufen liesse... ;-)
Jürgen Eglseer
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geschrieben von eglseer, Juli 13, 2008
Du meinst, geheime, fordernde Botschaften werden ausgestrahlt - etwa wie Kauft alberne Mickey Maus Ohrenschützer?
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geschrieben von Donovans_Hirn, Juli 13, 2008
Disney war doch anscheinend Mitglied der Illuminaten oder eines anderen Geheimbundes. Da ist sowas schon möglich... ;-)

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