Der galaktische Spürhund

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Serie/Zyklus: ~
Titel: Der galaktische Spürhund
Originaltitel: The Galactic Effectuator (1980)
Autor: Jack Vance
Übersetzer: Eva Bauche-Eppers
Verlag/Buchdaten: Bastei Lübbe Verlag

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Miro Hetzel ist eine Art Privatdetektiv (im Original Effectuator), der für seine Kunden die vielseitigsten Problem löst. Das Buch erzählt von zwei seiner Fälle.

Das Reisebüro in Dogtown
Miro Hetzel bekommt einen erstaunlich großen Auftrag. Er soll für ein Unternehmen, das Elektrogeräte herstellt, feststellen, warum ein Konkurrent seine Geräte zu unglaublich günstigen Preisen herstellen kann. Die Spur führt Miro auf die Welt Maz. Deren Ureinwohner, die Ubaikh, stehen in dem Ruf, die aggressivste Rasse der Welt zu sein, und aus diesem Grunde wachen dort drei galaktische Mächte darüber, dass niemand diesen Wesen Waffen verkauft. Doch Miro kommt einer Verschwörung auf die Spur, die weit über Industriespionage hinaus geht.
Der Kurzroman ist an sich nicht schlecht. Die Geschichte liest sich flüssig, und der Schauplatz ist - wie bei Jack Vance üblich - sehr gut beschrieben. Das Highlight sind die Spitzfindigkeiten der Rechtsprechung, denn die drei Mächte haben sich nie auf ein einheitliches Rechtssystem geeinigt, und so kann ein Mord an einem Botschafter als Sachbeschädigung durchgehen. Insgesamt jedoch ist die Geschichte wenig originell. Das Ganze liest sich wie ein Querschnitt durch Jack Vances Werk.

Der Nächste bitte!
Miro Hetzel bekommt einen sehr heiklen Auftrag. Seinem Klienten wurde böse mitgespielt. Als dieser seine Frau heiratete, rächte sich ein gedemütigter Nebenbuhler in boshafter Weise: Er tauschte seine Geschlechtsorgane gegen impotente eines anderen aus. Der Auftrag ist klar, und schon bald ist Miro Faurence Dacre auf der Spur. Der Starchirurg hat eine sehr makabre Spur hinterlassen, und viele Leute wünschen sich, dass ihm endlich das Handwerk gelegt wird.
Die zweite Geschichte ist deutlich besser als die erste. Jack Vance beleuchtet in diesem Kurzroman unglaubliche Abgründe der menschlichen Seele, und vor dem Leser entwickelt sich Faurence Dacre zu einer Gestalt, die durchaus einem Hannibal Lector gleichwertig ist. Allerdings liegt Miro Hetzel nicht mit dem Arzt im Kampf, sondern er muss nach und nach die ganze Wahrheit aufdecken und stößt dabei auf immer mehr Menschen, denen Dacre zugesetzt hatte. Jack Vance erfand mit dieser Figur einen Bösewicht, der wohl in der Literatur einmalig ist. Allein das macht es schon wert, die Geschichte zu lesen.

Fazit: zwei Geschichten, eine eher Durchschnitt, nicht mehr als kurzweilige Unterhaltung und schnell vergessen, und eine, die eine Tour de force in die Abgründe des menschlichen Geistes bietet und auf sehr makabre Weise zu unterhalten versteht. Den Leuten, die aber wirklich gelungene Geschichten lesen wollen, die eine wirkliche Verbindung von Krimi und SF darstellen, denen empfehle ich die Timothy-Truckle-Erzählungen von Gerd Prokop.
7 von 10 Punkten

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