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Das Wort für Welt ist Wald

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Serie/Zyklus: Hainish
Titel: Das Wort für Welt ist Wald
Originaltitel: The Word for World is Forest (1972)
Autor: Ursula K. LeGuin
Verlag/Buchdaten: Heyne

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Der Planet Athshe ist jüngst von den Terranern bevölkert worden. Einige Tausend Terraner machen sich daran die Waldwelt auszubeuten. Auf die Einheimischen wird kaum geachtet: Die die den Menschen zu nahe kommen, werden gefangen genommen und versklavt. Die primitive Kultur der nur etwa 1 m großen Creechies (so der abfällige Name der Terraner) scheint der Technik der Menschen nur wenig entgegenzusetzen zu können. Als die Menschen fortfahren, die Wälder abzuholzen, regt sich Widerstand, Bauarbeiter und Maschinen werden mit primitiven Waffen angegriffen.
Während Captain Davidson am liebsten die im immer lästiger werdenden Creechies ausradieren würde, versucht Dr. Lyubov den Dialog mit den Eingeborenen. Dann kommt es zu einem Überfall einer terranischen Siedlung durch die Creechies. Der Konflikt eskaliert.

Hier ein kurzes Zitat aus einer Schlüsselszene des Romans:
"You're children," Gosse said with hatred. "Children, savages. You have no conception of reality. This is no dream, this is real! (..) You killed the Women - you burned them alive, slaughtered them like animals!"
"Should we have let them live?" said Selver with vehemnece equal to Gosse's, but softly, his voice singing a little. "To bred like insects in the carcase of the World?" To overrun us? We killed them to sterilise you. I know what a realist is, Mr. Gosse."

Die Novelle lebt von Gegensätzen. Die Menschen, hochtechnisiert, groß und Realisten, die Creechies ursprünglich, klein und Träumer. Das halbe Leben der Creechies besteht aus Träumen und die Anwesenheit der Menschen zerstört diese. Es macht sie quasi wahnsinnig. Vor den Menschen kannten sie Hass und Mord nicht. Sozusagen haben die Menschen den Sturm gesäht; ihr eigenes Vietnam herauf beschworen.
LeGuin hat das Werk 1972 verfasst und es ist durchaus als Analogie zum Vietnam Krieg zu verstehen. Wie sollen die Terraner sich auf einer Welt behaupten, die nur aus Wald besteht und von Wesen bevölkert ist, die in nur in sehr kleine Siedlungen leben?

Kleine Anmerkung am Rande: Der deutsche Titel Das Wort für Welt ist Wald ist besser als im Original, denn The Word for World ist Forest hat nicht die schöne Alliteration.
Die Novelle wurde zurecht mit dem Hugo und dem Nebular Award ausgezeichnet. Das Werk hinterläßt beim Leser einen sehr zwiespältigen Eindruck: Man hat durchaus Verständnis für die Creechies, aber das Morden an den Terranern kann man auch nicht recht gutheissen.
Wie viele Werke der Autorin ist auch dieses Roman Social Fiction und dem Bereich Soft SF zuzuordnen.
8 von 10 Punkten.

Eine Übersicht der Serie gibt es auf der Autorenseite.
[Auf fictionfantasy.de rezensierte Bücher sind mit Link unterlegt und fett gekennzeichnet.]

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