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Das Vermächtnis des Rings

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Titel: Das Vermächtnis des Rings
"Neue Geschichten, J. R. R. Tolkien zu Ehren"
Herausgeber: Stefan Bauer
Zeichnungen: Johann Peterka.
Buch/Verlagsdaten: Lübbe Nr.20421 (2001), 491 Seiten, ISBN-13: 9783404204212

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Die vorliegende Kurzgeschichtensammlung wurde zu Ehren von John Ronald Reuel Tolkien herausgegeben. Dreizehn deutsche Autorinnen und Autoren wurden ausgewählt und stellen ihre Fantasygeschichten vor. Ob dies für J. R. R. Tolkien eine Ehre wäre, halte ich für fraglich.
Kerstin Gier erzählt von Jeremy Ohneland und wie er zum Held wird und den Drachen Brunophylax besiegt. Die Kurzgeschichte ist locker leicht erzählt und folgt im Großen und Ganzen der Nibelungensage, wie Siegfried den Drachen besiegt. Nur dass diese Geschichte etwas lustiger und das Ende weniger unverblümt dargestellt wird. Die Zutaten wie Schutzhaut aus Drachenblut, Unsichtbarkeit etc. sind freudig aus der Nibelungensaga entlehnt.
Alexander A. Huiskes ist eher bekannt für seine Geschichten zum Rollenspiel Das schwarze Auge. Mit "Trommeln in der Tiefe" erzählt er eine Geschichte, die eher langweilig ist und nichts Besonderes bietet. Der Rocker Val erzählt seine Geschichte einem Reporter und verlangt nur, dass sie mit keinem Wort geändert wird. Val meint, er habe die Geschichte schon mal einem Professor erzählt.....
Helmut W. Pesch hingegen glänzt mit einer Geschichte, die ich durchaus Tolkiens Umfeld zugeordnet hätte. "Das Lied der Welle" verbindet die Erzählung um Atlantis mit der Sage um Artus und Merlin. Der wichtigste Gegenstand in dieser Erzählung ist jedoch eine alte Harfe, die Merlin findet. Er als Elfe und Bewohner von Atlantis erwacht eines Tages im Lande Artus'. Eine kurze Episode nur, wie er auf Artus trifft, und mit Magie eine Schlacht entscheidet, ein Kloster rettet und die Harfe findet.
April Dillingers Erzählung um Finrael den Dunklen ist eine unglaubwürdige Geschichte, mit dem Grundthema Aus Böse wird Gut.
Horst von Allwörden erzählt die Geschichte von Bevin von Ulbrin, Sohn des Alfgar. Sein Vater Alfgar verkaufte Bevin an einen umherziehenden Zauberkünstler. Dieser klärte seinen Dienstboten und Lehrling auf, es gebe keine Magie und alles sei nur Illusion. Dass dies nicht stimmt, findet Bevin schnell heraus.
Johann Peterka ist der Illustrator der Kurzgeschichten, die sich im "Vermächtnis des Rings" versammelten. Er schafft es immer wieder, sehr schöne Bilder zur Kurzgeschichte zu setzen. Bekannt wurde er vor allem durch die Zeichnungen für Robert Jordans Das Rad der Zeit. Sein Zeichenstil ist etwas geheimnisvoll, etwas unirdisch und bringt immer wieder kleine Überraschungen. Durch die gekonnt eingesetzte Schwarzweiß-Technik peppt er die Geschichten alle etwas auf.

Ich habe nur ein paar der Autoren erwähnt, die in diesem Buch vertreten sind. Der Anhang des Buches ist jedoch ebenfalls sehr interessant. Helmut W. Pesch, der unbestrittene deutsche Tolkienkenner, führt eine Bestandsaufnahme zu Tolkien durch. Sein Artikel zeigt, was Tolkien über sein Werk dachte und was andere Leute über Tolkiens Werk denken. Er zeigt die kommerziellen Aspekte auf, wie sich viele an das Prädikat "Erfinder der Fantasy" kleben und damit ebenfalls Gewinn machen wollen. Neben dem üblichen Bewerben der Bücher gibt es inzwischen auch neue Kalender und jede Menge Sekundärmaterial. Das Letzte, was ich hörte: In den Überraschungseiern wurden Herr-der-Ringe-Figuren beigelegt.

Die Kurzgeschichtensammlung Das Vermächtnis des Rings, von Stefan Bauer herausgegeben ist eine Fantasy-Geschichten-Sammlung. Nicht mehr und nicht weniger. Vergleiche zu J.R.R. Tolkien werde ich nicht anwenden. Jeder Autor, der sich darauf beruft, wie Tolkien zu schreiben, um so Qualität vorzugeben, bietet genau das nicht.

Enthaltene Geschichten:

Kerstin Gier: Jeremy Ohneland und der Drache
Alexander Huiskes: Trommeln in der Tiefe
Dietmar Schmidt: Der Seelenstein
Rainer Schumacher: Es gibt keine Abenteuer
Helmut W. Pesch: Das Lied der Welle
Ruggero Leò: Der Sohn des Kesselflickers
Frank Rehfeld: Die Insel der Elben
Winfried Czech: Das vierte Ei des Drachen
April Dillinger: Finrael der Dunkle
Horst von Allwörden: Ein reines Herz
Ralph Sander: Mohaara
Wolfgang Hohlbein: Die Jäger
Timothy Stahl: Im Geiste des Meisters oder: Die Wunderschmiede

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