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Sachbücher / Magazine

Das Science Fiction Jahr 2008

Titel: Das Science Fiction Jahr 2008
Herausgeber: Sascha Mamczak, Wolfgang Jeschke, Sebastian Pirling
Titelbild: Stephane Martinière
Verlag / Buchdaten: Wilhelm Heyne Verlag 52436 (08/2008), 1493 Seiten, 22 €, ISBN: 978-3-453-52436-1 (TB)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Es ist für mich immer wieder ein erhebendes Gefühl, diesen schönsten Ziegelstein des Jahres in Papierformat in der Hand zu halten. Die Zahl derjenigen Menschen, die sich über den Konsum als Leser hinaus mit der Phantastik beschäftigen nimmt ständig ab. Mit der Einführung der neuen Möglichkeiten und vor allem des billigen Drucks drängt es jeden, selbst Autor bzw. Autorin zu werden. Doch es gibt weitaus mehr, als immer nur über Bücher zu schreiben. Der Blick hinter die Kulissen wird mir immer wichtiger. So findet sich in der neuen Ausgabe des Science Fiction Jahres - immerhin der zweiundzwanzigsten - ein Interview mit Ursula K. LeGuin, das ich gern selbst geführt hätte. Mit ihren Romanen Das Wort für Welt ist Wald und Planet der Habenichtse im Science-Fiction-Genre und ihrer Erdseetrilogie im Fantasy-Bereich, die später erweitert wurde, hat sie mich in meiner Anschauung sehr beeindruckt, sogar etwas beeinflusst. Sascha Mamczak führte das Interview, und ich war beeindruckt von ihren Antworten auf seine Fragen. Dabei beschäftigte sich die erste Frage mit dem amerikanischen Wahlkampf. Zwei weitere Interviews wurden mit Charles Stross und Andreas Eschbach geführt. Gerade vom Letzteren erschien im letzten Bücherbrief eine Buchbesprechung zu seinem letzten Marsprojekt-Roman.
Johannes Rüster, einer der Tagungsteilnehmer der diesjährigen Tage der Phantastik in Wetzlar, berichtet über Will Smith als letzten Menschen auf Erden. Dabei geht es weniger um Will Smith - der ist nur der Aufhänger in der Überschrift - als um den letzten Menschen an sich und die Erzählungen, in denen er immer wieder auftaucht. Kurz zusammengefasst kann man sagen, der letzte "normale" Mensch ist recht beschäftigt.
Ein ganz anderes Thema greift Franz Rottensteiner auf. Unter der Überschrift "Auf nach Belgisch-Kongo!" berichtet er über die Anfänge des deutschen SF-Fandoms.
Für Sammler wichtig ist die Bibliographie am Ende des Bandes. Werner Bauer listet alle im Jahr 2007 erschienen Phantastik-Bände auf, die der Wilhelm Heyne Verlag herausbrachte. Das sind mehr als gedacht und für Sammler wichtige Informationen. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Thema Utopia mon amour. In dreizehn Beiträgen, wird über die Utopie berichtet. Verschiedene Autoren, wie etwa Frank Borsch, Ralf Bülow, Karlheinz Steinmüller und andere, berichten über die unterschiedliche Betrachtung der Utopie. Und es ist tatsächlich so, dass im ganzen Buch lediglich ein Frauenname genannt wird und der im Bereich Hörspiele. Ansonsten ist festzustellen: Die Science Fiction ist die Spielwiese von Männern.
Das jährliche Monumentalwerk, das durch Wolfgang Jeschke begründet wurde und von Sascha Mamczak weitergeführt wird, erscheint als der führende, um nicht zu sagen einzige Überblick in Sachen Science Fiction.
Damit habe ich nur ein paar kleine Beiträge erwähnt. Auf den fast 1.500 Seiten des Buches finden sich jedoch noch viel mehr. Es lohnt sich in jedem Fall, einen Blick in die Jahresbände zu werfen. Oder besser noch, man nehme sich einen Band und lese ihn durch.

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  • Gast (eglseer)

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    Ja, das die Phantastik-Aktivisten immer weniger werden ist sehr schmerzlich, man sieht das nach dem Untergang des alten Fandoms während des Siegeszuges des Internets Mitte/Ende der neunziger jetzt auch im Internet. Hauptssache umsonst, Hauptsache nur konsumieren und immer mehr auch Hauptsache nimmer lesen sondern nur TV/DVD. Man vergleiche nur die Hitzahlen der verschiedenen Rezenensionseiten wie diese hier mit Seiten die sich mit Fernsehserien wie Heroes oder Stargate befassen. Inhalt oft mau aber tausende klicken drauf.

  • Man muss der Wahrheit ins Gesicht blicken: Die Literaturgattung SF ist zu einem Nischendasein gezwungen und die Leserschaft ist überschaubar. Wenn konsumiert wird, dann eher Fernsehserien, nur selten aber Bücher und noch viel seltener Bücher, die nichts mit dem Serien Fanchise zu tun haben. Dennoch sind die SF Fans eine sehr aktive Gruppe. Wenn man mal auf das Genre Fantasy blick, dann tut sich dort kaum mehr obwohl die Leserschaft um ein vielfaches größer ist. Aber ich habe kein Problem damit, dass wird nur ca. 400 bis 500 Besucher pro Tag haben. Ich finde, das ist eine sehr solide Zahl und ich habe kein Bedürfnis, uns mit diesen Serienseiten zu messen.

  • Gast (raps)

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    Zwei Dinge möchte ich loswerden: 1. Ian McDonalds River of Gods will Heyne offenbar nicht veröffentlichen? Aber immerhin das Titelbild des Buchs von Stephan Martinière hat es jetzt also schon mal bis nach Deutschland geschafft. 2. Ich kann nicht anders - Hetzen liegt mir im Blut: Ich finde jedes Jahr etwa 100 Seiten in dem Buch, die mich interessieren. Alles andere findet sich problemlos im Internet (z. B. verschiedene Interviews mit Le Guin / Stross) bzw. ist vielleicht doch nicht so wichtig: Eine Liste der bei Heyne erscheinenden Bücher etwa gibt's doch sicher auch - gratis - anderswo, und jeder echte Fan eines bestimmten Autor braucht nicht dieses Buch, um zu erfahren, wann das neueste Werk des Schriftstellers erscheint.

  • Ich glaube nicht, dass es so eine List im Internet gibt. Man wird Fragmente finden, aber nichts wirklich vollständigs. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Mich persönlich spicht so ein sekundärliterarischer Wälzer allerdings sowieso nicht an.

  • Gast (Anonymous)

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    ... ja, ich merke in letzter Zeit auch, dassdie Anzahl der Leute, die sich (mehr oder weniger;-) ernsthaftmit dem Genre beschäftigen, stetig abnimmt. Wenn sich der Großteil der Buchproduktion auf schnellen Konsum und dicke Wälzer ohne Inhalt konzentriert, ist das auch kaum verwunderlich. Lichtblicke gibt es freilich in den engagierten Kleinverlagen, und ich möchte hier speziell auf das Magazin PANDORA hinweisen, dessen 3. Ausgabe soeben bei Shayol erschienen ist!

  • Gast (Donovans_Hirn)

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    Leider wird das SF-Genre zu sehr von debilen SF-Filmen bestimmt, die dazu beitragen, dass dieses Genre bei den Nicht-SFlern belaechelt wird. Dies traegt sicherlich auch dazu bei, dass SF-Romane gleich als trivial angeprangert werden. Andererseits wird das triviale Image der Phantastik hier in Deutschland vor allem dadurch aufrechterhalten, indem Literaturprofs glauben, behaupten zu koennen, was zur Literatur zaehlt und was nicht. In den englischsprachigen Laendern ist da die Herangehensweise viel toleranter.

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