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Das Licht von Atlantis

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Serie / Zyklus: ~
Titel: Das Licht von Atlantis
Originaltitel: Web of Light / Web of Darkness (1983)
Autor: Marion Zimmer Bradley
Übersetzer: Manfred Ohl & Hans Sartorius
Verlag / Buchdaten: Lübbe Audio

Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz

Das Buch erzählt die Geschichte der beiden Schwestern Domaris und Deoris, die beide über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen und dennoch grundverschieden sind. Domaris hat helles Haar und graue Augen, Deoris hingegen schwarze Locken. Die eine ruhig und besonnen, die andere impulsiv und aufbrausend. Und dennoch verbindet beide Schwestern ein Band der Liebe. Allerdings wird das Verhältnis zwischen Domaris und ihrer heranwachsenden jüngeren Schwester belastet, als Micon in das Leben der beiden tritt. Obwohl er erblindet ist  und entsetzlich gefoltert wurde,  erwacht die Liebe zwischen Domaris und ihm. Doch Micon hat nicht viel Zeit - er weiß, dass seine Tage gezählt sind. Und dass er einen Sohn zeugen muss, auf den seine mystischen Fähigkeiten übergehen.
Derweilen tritt Deoris in den Tempel der Heilerpriester bei und verfällt dem charismatischen Führer Riveda. Obwohl dieser nichts mit Micons Folter zu tun hat, vermutet man doch die Täter in seinem Tempel. Und auch Riveda sucht nach dem Wissen, das Micon in sich trägt. So baut sich langsam eine Kette von Ereignissen auf, die als Ergebnis nichts Gutes verheißt.

Der Roman ist eine kraftvolle Geschichte über Liebe und Treue, über Hass und Verrat. Und die Geschichte ist sehr intensiv erzählt. Die beiden Schwestern stehen ganz klar im Mittelpunkt und sind die beiden Achsen, um die sich die Geschichte dreht. Wie gewohnt schrieb Marion Zimmer Bradley einen technisch einwandfreien Roman, der wenig Grund zur Klage bietet. Lediglich die starke feminine Seite und der hohe Emotionsgrad könnte einen männlichen Leser abschrecken. Frauen hingegen werden damit sicherlich keine Probleme haben.

Besonders hervorzuheben ist - und dies war nun mal Marion Zimmer Bradleys ganz besonderes Talent - der Sinn für Details. Wie beispielsweise auch im Darkover-Zyklus konzipiert sie auch hier eine Welt mit allen Einzelheiten. Sie lässt das längst untergegangene Atlantis auf ihre Weise neu auferstehen, und zwar so, dass der Leser nie über Stellen voller Widersprüche, Ungereimtheiten oder schlichtweg Unsinniges stolpert. Die Disziplin, mit der die Autorin ihre Romane verfasste, muss als Lehrbeispiel für das Genre gelten.

Die Umsetzung als Hörbuch kann als gelungen gewertet werden. Zum einen waren die Kürzungen für ein Lübbe-Hörbuch sehr moderat und gut gewählt. Nur selten hatte man den Eindruck, ein Detail der Geschichte fehle. Dies war vor allem zum Ende hin zu bemerken, wenn Beziehungen zweier Menschen einen Höhepunkt erfuhren und manches nur am Rande erwähnt wurde. Aber dies war nicht weiter schlimm und der Atmosphäre des Romans tat dies keinen Abbruch. Zum anderen wurde mit Judy Winter eine routinierte Sprecherin verpflichtet, die dem Vortrag das nötige Leben einhauchte. Es wäre ein schwerer Fehler gewesen, den Roman von einem Mann lesen zu lassen. Letztlich bleibt nur ein Kritikpunkt, der kein rechter ist: Die Namensähnlichkeiten machten es bis zur Mitte des Hörbuchs schwer, dem Vortrag zu folgen. Domaris, Dioris, Riveda, Raijasta, etc. Es fiel schwer, die Namen im Gedächtnis zu ordnen. Liest man hingegen die Namen, so unterscheiden sie sich wesentlich deutlicher. Aber wie gesagt: Dies kann der Hörbuchproduktion nicht  als Nachteil angerechnet werden. 8 von 10 Punkten.

 

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