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Das galaktische Imperium (Der Foundation-Zyklus, 5. Band)

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Reihe: Der Foundation Zyklus, 5. Band
Titel: Das galaktische Imperium
Originaltitel: Robots and Empire (1985)
Autor: Isaac Asimov
Übersetzt: Heinz Zwack
Titelbild: Fred Gambino
Verlag/Buchdaten: Wilhelm Heyne Verlag 52146 (11/2005); 537 Seiten; 8,95 €; ISBN: 978-3-453-52146-9

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Die Menschen leben auf der völlig übervölkerten Erde in riesigen überdachten Städten. Um neuen Lebensraum zu erschließen, entschlossen sich die Menschen, die Heimatwelt zu verlassen und neue Planeten in den Weiten des Alls zu besiedeln. Diese Menschen, die den Weg in den Kosmos nahmen, werden Spacer genannt. Sie besiegten irdische Krankheiten und ließen die meisten Intrigen hinter sich. Auf meist wenig besiedelten Welten lebten die Spacer und wurden älter als die normalen Menschen. Mit Hilfe von Androiden führten sie ein sicheres und bequemes Leben. Das ist viele Jahrhunderte her. Eine zweite Besiedelungswelle führt dazu, dass sich die Spacer in ihrer Vormachtstellung bedroht sehen. Der einflussreiche Politiker Amadiro auf der Spacer-Welt Aurora hat jedoch andere Interessen. Mit aller Macht will er die neuen Siedler der Erde zurückdrängen. Ebenfalls auf Aurora lebt Cladia seit zweihundert Jahren. Sie ist ein Mensch, der lediglich zwei Roboter sein Eigen nennt und ansonsten recht zurückgezogen lebt. Ein verstorbener Freund hatte ihr die beiden Maschinen überlassen. Von den beiden Robotern Daneel und Giskard sieht Daneel den Menschen am ähnlichsten; Giskard hingegen ist in der Lage, menschliche Gefühle zu erkennen. Allerdings ist nur Roboter Daneel eingeweiht.
Als auf dem Planeten Aurora die Nachricht eintrifft, dass Solaria von ihren Bewohnern verlassen wurde und dass dort Händlerraumschiffe zerstört wurden, ist man nur leicht beunruhigt. Cladia macht sich mit einem Händlerschiff und ihren Robotern auf den Weg, um auf Solaria nach dem Rechten zu sehen. Auf Solaria wird das Händlerschiff von einer neuartigen Waffe beschossen und fast zerstört. Trotzdem kann Cladia die Waffe erobern und mitnehmen. Auf der Siedlerwelt wird sie als Heldin gefeiert. Zur gleichen Zeit entwickelt Amadiro einen Plan, die Erde nachhaltig zu zerstören. Kurz darauf erfährt er über Umwege von den ungewöhnlichen Eigenschaften Giskards. Er versucht mit allen Mitteln, den Roboter in seine Hände zu bekommen. Amadiro befürchtet, der Roboter könnte seine Pläne zerstören.
Das galaktische Imperium ist kein SF-Krimi. Cladia und die beiden Roboter sind die eigentlichen Handlungsträger, treiben die Handlung voran, immer wieder aus verschiedenen Sichtwinkeln. Die Handlung ist erheblich vielschichtiger und temporeicher als manch ein anderes Buch Isaac Asimovs. Asimov ist einer der unumstrittensten Autoren dieses Jahrtausends, der es schaffte, SCIENCE FICTION im wahrsten Sinne des Wortes zu schreiben. Wissenschaftliche Erzählungen waren eines seiner Themen, indem er versuchte, den Wissensstand seiner Zeit so weiterzuführen, dass er logisch in eine mögliche Zukunft passt.
Seit 1958 verlegte Isaac Asimov seine schriftstellerische Tätigkeit von der Science Fiction weg zur populärwissenschaftlichen Darstellung. Über 200 Bücher erschienen von ihm bis zum Jahr 1979. Mit über 100 populärwissenschaftlichen Sachbüchern errang er sich einen sehr guten Namen bei den normalsterblichen Lesern wie auch unter seinen fachspezifischen Kollegen. Häufig trat er in den Medien auf und man zitierte ihn in einschlägigen Zeitschriften und Magazinen. Isaac Asimov ist neben Robert A. Heinlein und Arthur C. Clarke einer der bekanntesten Vertreter der Science-Fiction-Literatur. Er unterstützte sehr viele junge Literaten und seine Sammlung von Kurzgeschichten wird heute noch im Wilhelm Heyne Verlag herausgegeben. 1941 erschien seine Erzählung "Nightfall" und wurde von vielen Science-Fiction-Lesern als die beste Geschichte beurteilt. Diese Geschichte gewann den sog. 'Poll' als beste Story vor 1965. Diesem besonderen Erfolg konnte er nur noch zwei mit gleichem Erfolg zur Seite stellen. Da wären gewesen I Robot und die ersten Kurzgeschichten seiner Foundation-Trilogie. Seine folgenden Erzählungen fanden auch sehr großen Anklang. Doch so großen Erfolg wie die vorgenannten hatte er nie wieder.
Isaac Asimov ist ein Mann voller Ideen. Die Ansprüche der Literaten an ihn sind zu hoch geschraubt. Man kann nicht behaupten, er sei einer der stilistisch ausgereiftesten Schriftsteller. Dafür sind seine Ideen immer ein wenig voraussehender gewesen, als es die Wissenschaft war. Wenn man will, kann man sagen: Asimov war seiner Zeit und der Wissenschaft immer einen Schritt voraus. Die hypothetischen Probleme, die er aufbaut, muten manches Mal zu phantastisch an. Vor allem, wenn es um Zeitparadoxa und Zeitreisen geht, wie in seinem Roman The End of Eternity. Bei der Lösung seiner Probleme ordnet er sich jedoch ganz der logischen Schlussfolgerung unter. Unter seinem Pseudonym Paul French schrieb er die Abenteuer des Weltraumdetektivs David "Lucky" Starr. Hier verzichtete er erstmals auf den wissenschaftlichen Ansatz zugunsten einer phantastischen, abenteuerlichen Handlung. So gesehen sind seine ganzen Geschichten eher Kriminalgeschichten im Weltraum, da sie sich der Logik und der wissenschaftlichen Erklärung unterziehen. Technokrat, das war eines jener Adjektive, die ihn daher ein Leben lang begleiteten. Jedoch die Behauptung, die dahinter liegt, er würde das Heil der Menschheit nur in der Naturwissenschaft und der sich daraus ergebenden Technologie sehen, entbehrt jeder Grundlage. Wichtig zu erwähnen sind jedoch die international anerkannten und von allen Science-Fiction-Autoren übernommenen Robotgesetze. Diese drei Gesetze der Robotik, nach denen der Roboter (aus dem Tschechischen von robotaje = arbeiten) dem Menschen dienen soll, wurden von John W. Campbell jr. und ihm entwickelt, obwohl sein alter Herausgeber und Förderer dabei immer wieder "unterschlagen" wird.
Seit der ersten Buchveröffentlichung ist das Werk nicht aus der Science Fiction wegzudenken. Die Bücher waren immer im Druck und konnten ohne Schwierigkeiten jederzeit gekauft und gelesen werden. Generationen von Science-Fiction-Lesern begeisterten sich an diesen Erzählungen. Die dazugehörigen Einzelgeschichten passen sich nahtlos mit ihren Beschreibungen in den Kosmos der Foundation ein und gaben der sogenannten Space Opera, die später auch durch E. E. "Doc" Smith und John W. Campbell jr. ergänzt wurde, einen seriösen Anstrich. Die eigentliche Faszination des Werkes ist schwer fassbar. Ein Grund ist wahrlich der weitgesteckte Rahmen, eine unendliche Tiefe des gestalteten Raumes sowie die ungeheure Ideenvielfalt, die hinter allem steckt. Hinzu kommt die Pseudogeschichte eines Imperiums, die hier verfolgt werden kann. Außerdem bot dieses Universum sehr vielen Fan- und Hobby-Autoren die Möglichkeit, eigene Geschichten in diesem Universum spielen zu lassen. Ganz kann kein Autor, der je Asimov gelesen hat, sagen, er sei von der Foundation nicht beeinflusst. Irgendwo ist immer ein kleiner Asimov, der sagt: Bin schon da!

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