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Das ferne Ufer (Erdsee - Band 3)

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Serie/Zyklus: Erdsee-Zyklus, Band 3
Titel: Das ferne Ufer
Originaltitel: The Farthest Shore (1972)
Autor: Ursula K. LeGuin
Übersetzer: Margot Paronis
Verlag/Buchdaten: Piper Verlag 9150 (12/2006), 264 Seiten, ISBN: 978-3-492-29150-7

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Da DAS FERNE UFER demnächst als großformatiger Animationsfilm in die Kinos kommt, ist es verständlich, wenn der Roman als Buch zeitgleich wieder neu aufgelegt wird. DAS FERNE UFER war der Abschlussband der ERDSEE-Trilogie. Inzwischen hat Ursula K. Le Guin über die Jahre hinweg verschiedene Fortsetzungen geschrieben. Es ist für diesen Teil der Trilogie nicht wichtig, die vorangegangenen Bände zu kennen. DAS FERNE UFER ist auch für sich alleine lesbar.

Ged ist die Hauptperson dieser Erzählung. Ged ist Erzmagier der Inselwelt, die auf den ersten Seiten des Romans sehr übersichtlich dargestellt wurde. So ist es den Lesern sehr leicht möglich, die verschiedenen Handlungsorte aufzusuchen. Ged lebt auf Rok, der Insel der Zauberer. Die Insel befindet sich in der Mitte der Karte. Dorthin begibt sich der junge Prinz Arren, der aus dem hohen Norden, aus Enland, kommt. In seinem Gepäck führt er ein großes Problem mit sich. Die in Enland ansässigen Magier vergessen ihre Zaubersprüche und die alten Namen. Die alten Namen, die wahren Namen, wie sie auch genannt werden, bezeichnen das ursprüngliche Wesen eines Dings. Wer den wahren Namen kennt, der ist in der Lage, diese Dinge zu beherrschen. Daher sind alle Bewohner des Erdsee-Archipels darauf bedacht, ihren wahren Namen geheim zu halten. Die Barden vergessen ihre Lieder, und das Volk des jungen Prinzen glaubt nicht mehr an Magie. Im Gegenteil, Magie wird verpönt und als Scharlatanerie verspottet. Gleichzeitig geschehen seltsame Dinge auf der Insel. Die Menschen werden gegenüber einander gewalttätig, und bei den Tieren treten missgestaltete Geburten auf.

Ged hört aber auch von anderen Inseln mit dem gleichen Problem. Ged und Prinz Arren machen sich gemeinsam auf den Weg, das Geheimnis, das sich dahinter verbirgt, zu ergründen. Sie begeben sich von Insel zu Insel und ernten nur Misstrauen. Die Menschen haben Angst davor zu sterben. Manche von ihnen haben seltsame Träume und erzählen unabhängig voneinander von einem Mann mit einem Licht. In ihrer Angst verfallen sie in traurige Stimmungen. Auch Prinz Arren ist davor nicht sicher. Selbst seine Magierkollegen bezweifeln inzwischen, je magische Kräfte besessen zu haben, da sie keinerlei Zauber mehr zustande bringen. Das Unheil greift immer mehr um sich, wobei es selbst die Insel der Magier nicht verschont.

Als ich das Buch 1979 zum ersten Mal las, war ich bereits von den ersten Bänden angesteckt und sofort wieder gefesselt. Der Roman erschien damals im Wilhelm Heyne Verlag. Ursula K. Le Guin zeichnete sich besonders damit aus, dass das Böse nicht in Form einer körperlichen Bedrohung auftrat. Bei ihr standen und stehen immer noch die Menschen im Vordergrund. Die Menschen sind es, die von bestimmten Ereignissen beeinflusst werden und dann gut oder böse sind. Ihre Personen sind es, die mal mehr, mal weniger gut oder böse sind. Dabei sind aus der jeweiligen Sicht alle ihre Handlungen logisch nachvollziehbar. Auf der Erdsee-Inselwelt gibt es keine blutigen Schlachten die gegen böse Heere geschlagen werden müssen. Frau Le Guins Helden sind Menschen wie du und ich. Sie leben, lachen, weinen, sie bringen Opfer, begehen Heldentaten, scheitern und wachsen über sich selbst hinaus. Die ERDSEE-Trilogie ist eher eine psychologische Fantasy. Sie geht in unterhaltsamer Weise mit den Menschen um. Die Menschen und ihre Eigenschaften, ihr Wille und ihre Gefühle stehen im Mittelpunkt. Ursula K. Le Guin bietet in ihren ERDSEE-Romanen mehr als manch ein Autor in zwanzig Bänden.

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