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Das Amulett von Samarkand (Bartimäus, Band 1)

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Serie/Zyklus: Bartimäus 1. Band
Titel: Das Amulett von Samarkand
Originaltitel: The Bartimaeus Trilogy - The Amulet of Samarkand (2003)
Autor: Jonathan Stroud
Übersetzung: Katharina Orgaß & Gerald Jung
Titelbild: David Wyatt
Buch/Verlagsdaten: Bertelsmann Jugendbuch Verlag, 540 Seiten

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Bartimäus ist ein uralter Dämon, der seit Äonen lebt und viele Menschenreiche aufgrund der Dummheit ihrer Herrscher hat niedergehen sehen. Wesen wie er, die die Menschen so abfällig als Dämonen bezeichnen, stammen aus einer anderen Dimension und wollen in erster Linie in Ruhe gelassen werden, doch es sind die Menschen und deren Magiekundige, die immer wieder die Dämonen in ihre Welt rufen, um sie zum Dienen zu zwingen. Tatsächlich beschränkt sich die Magie der Menschen nur darauf, wie ein Parasit dem Dämonenuniversum die Kraft zu entziehen. Folglich verwundert es nicht im Geringsten, dass die gezwungenen Dienstboten nur auf Fehler der Magier warten, um sich an diesen aufs Grausamste zu rächen.
Nun kommt es, dass Bartimäus wieder beschworen wurde, und er staunte nicht schlecht, dass sein Gegenüber ein Knabe ist. Seine Hoffnung allerdings, den Jungen übertölpeln zu können, erfüllt sich nicht, und so muss er den Auftrag ausführen und das Amulett von Samarkand für ihn stehlen. Den gut gemeinten Hinweis, dass der Besitzer dieses sehr mächtigen Artefakts den Verlust sehr schnell bemerken wird und dann nach dem Dieb - sprich nach dem Auftraggeber des Dämons -suchen wird, schlägt er in den Wind. Und so wird Bartimäus unfreiwillig zu einem Komplizen in einer Sache, die viel weiter geht, als er gedacht hätte. Plötzlich steht sein eigenes Leben auf dem Spiel, und wohl oder übel muss er dem Dreikäsehoch zur Seite stehen, denn nur gemeinsam können sie dieses Abenteuer überstehen.

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Dämonenherbeirufung ist nicht neu und viele Autoren haben sich, zumeist in Kurzgeschichten, bereits intensiv Gedanken dazu gemacht. Bei Jonathan Strouds Roman liegt nun eine Romanfassung dieses Themas vor, die trotzdem originell ist. Es sind vor allem die Details, die den Roman lesenswert machen: der beißende Zynismus eines Bartimäus, der seine Geschichte aus der Ich-Form erzählt und diese mit ironischen Fußnoten spickt, ist ebenso ein Argument für diesen Roman wie auch die Zauberergesellschaft, die aus eigensinnigen, machtgierigen Zauberern besteht, deren ganze Kunst darin besteht, sich durch Know-how an dem fremden Universum gütlich zu tun und dessen Bewohner zu versklaven und für ihre Dienste zu missbrauchen. So überrascht es keineswegs, dass die Sympathie des Lesers auf der Seite der Dämonen liegt.
Nathaniel, der junge Beschwörer, ist zwar auch nicht unsympathisch, aber teilweise auch nervig. Die Kapitel, die aus seiner Sicht geschrieben sind, sind definitiv die schwächeren. Außerdem lesen sie sich irgendwie komisch, da dieser Abschnitt, im Gegensatz zu den Kapiteln um Bartimäus, in der dritten Person erzählt wurde. Aber letzten Endes kann man darüber hinwegsehen, denn der erste Band der Bartimäus-Trilogie ist ein sehr spritziges und spannendes Werk, das durchaus Lust auch mehr macht. Ich für meinen Teil werde die Fortsetzungen auf jeden Fall lesen.
8 von 10 Punkten.

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