Text Size

Dark Empire (Star Wars)

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Serie/Zyklus:  Star Wars
Titel: Dark Empire
Originaltitel: Dark Empire I, Dark Empire II, Empires End
Autor: Tom Veitch
Übersetzer: ~
Verlag/Buchdaten: Time Warner Audio 1994 / 1995

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Sprecher:
John Cygan - Luke Skywalker, Wedge Antilles, Vill Goir, Okko, Darth Vader  & Umak Leth
Joe Hacker - Han Solo, Boba Fett  & Empatojayos Brand
Ann Patricio - Princess Leia  & Mon Mothma
Nick Jameson - Emperor Palpatine  & Beltane
Jim Ward - C-3PO, Kam Solusar  & Sedriss
Glynnis Talken - Salla Zend, Vima-Da-Boda & Jem Ysanna
Andy Cowan - Admiral Ackbar, Veers  & Baddon Fass
Billy Dee Williams - Lando Calrissian

1991 bis 1995 veröffentlichte Dark Horse Comics drei Comicserien, die sechs Jahre nach dem Sieg der Revolution spielten. Unglücklicherweise ist das nicht im Einklang mit den Thrawn-Romanen von Timothy Zahn, sondern  eine ähnliche, eigenständige Geschichte. Ein noch unglücklicheres Händchen hatten die Verantwortlichen bei der Auswahl des Autors Tom Veitch. Dieser hat kaum Talent zu schreiben und erzählt die Geschichte durch das wiederholte Zusammensetzen von Versatzstücken aus den Filmen. Was am Ende herauskam, war dann in etwa so: Oh, der Imperator lebt wieder. Haha, wir haben ihn getötet. Ach Scheiße, er lebt doch noch und hüpft in einem Klonkörper rum. Oder ist das nur ein Klon? Egal, jetzt ist er tot. Oh, doch nicht. Ebenso ist auch der ganze Rest: Mist, der Millenium Falcon wurde von einem imperialen Traktorstrahl erfasst. Haha, wir konnten entkommen! Was ist das? Nein, sie haben uns erwischt. Wir kommen nicht vom Traktorstrahl los. Oder auch: Luke ist zur dunklen Seite der Macht übergewechselt! Ah, nein doch nicht, er hat nur so getan. Oha, jetzt hat ihn die Dunkle Seite doch übermannt. Aber nein, Luke war starker. Oder doch nicht? Und nicht zu vergessen meine zweite 'Lieblingsfigur' aus Star Wars nach Jarjar Binks: Boba Fett. Der ist nämlich nicht tot? Neeeiiinn. Der lebt noch und geht seinem ganz besonderen Hobby, nämlich der Jagd nach Han Solo nach dem Donald-Duck-Prinzip nach, denn Han ist ja sooo viel schlauer und entkommt ihm immer wieder. Aber gut, wenigstens ist der hölzerne Kopfgeldjäger mindestens mit 12 Leben ausgestattet und schlägt dem Tod - genau wie alle anderen Figuren dieser armseligen Geschichte auch - immer wieder ein Schnippchen.

So geht es das ganze Hörspiel dahin: Vollkommen ideenlos und uninspiriert wird die Geschichte eines wieder erstarkenden Imperiums erzählt, die eigentlich nur eine Variante der Filme darstellt. Die Figuren werden dementsprechend auch nicht überarbeitet, sondern nur gemäß der alten Klischees eingeführt. Man kann also sagen: Diejenigen, die eine Geschichte wie die Star-Wars-Filme erwartet haben, werden mit diesem Machwerk zufrieden sein. Alle anderen, die an einer echten Fortsetzung interessiert waren, werden der Geschichte mit Frust lauschen undsich fragen, warum sie mit so einem Mist ihre Zeit verschwenden.

Wenn man sich den Audio-Markt in Deutschland und im englischsprachigen Raum ansieht, fällt einem ein klarer Unterschied auf. In Deutschland dominieren auch heute noch die Hörspiele, während im englischsprachigen Raum Geschichten hauptsächlich mit Hörbüchern erzählt werden. Und so überrascht es nicht, dass es im englischsprachigen Raum unzählige hervorragende Hörbuchproduktionen gibt, die einfach Spaß machen, während die Hörspiele so dahindarben und im Vergleich zu deutschen Produktionen ganz schlecht aussehen. Auch hier, in diesem Falle, gibt es bestenfalls ein Ungenügend. Der Verzicht auf einen Sprecher, der durch die Geschichte führt, bringt mit sich, dass der schnelle Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungsebenen in einem schieren Chaos endet, das ständig durch Musikschnipsel von John Williams Soundtrack und Original Star-Wars-Sound-Schnipsel durchbrochen wird. Am Ende hat man nicht nur eine lahme Geschichte, sondern auch noch eine nicht zusammenhängende Kakophonie, die bestenfalls dazu taugt, in Warslern wehmütige Gefühle zu erzeugen. Der größte Witz ist aber der Preis für eine dieser CDs - ca. 20 Dollar (vielleicht gibt es ja ein Set zum Sonderpreis von 50$). Ganz schön viel Geld für ein Stück akustischen Sondermülls. Wahrscheinlich liegt dieser Wucher darin begründet, dass ein abgehalfterter Billy Dee Williams Lando Calrissian in einer Nebenrolle spricht. Toll.

Phantast

 

PHANTAST ist das kostenlose, gemeinsame Online Magazin von fictionfantasy.de und www.literatopia.de das ca. dreimal pro Jahr erscheint. Wie der Name schon sagt, dreht es sich um die Phantastik in all ihren Ausprägungen. Ob Fantasy, Science Fiction, Horror oder wilde Genremixe - im PHANTAST soll alles vertreten sein!
Für jede Ausgabe gibt es einen Themenschwerpunkt, nach dem sich die Artikel und Rezensionen richten.

Übersicht aller Ausgaben

Top 1000 der SF

Über 300 Leute haben aus über 2000 Büchern die Besten SF Werke abgestimmt. Hier gibt es die Ergebnisse.

Viel Spaß beim Stöbern.

Top 1000 der SF

Wer sind wir?

fictionfantasy ist ein verlagsunabhängiges Rezensionsportal für phantastische Werke und mehr. Derzeit sind über 15.000 Artikel abrufbar!
Du hast fehlende Angaben bei Autoren oder Buchtiteln gefunden? Hast du einen Blog und willst im fictionfantasy-Netzwerk mitmachen? 
Schreibe uns! Kontakt siehe Impressum!