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CORUUM Vol. 2 (YLIS - Your Life in Space, Band 2)

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Serie/Zyklus: YLIS - Your Life in Space Band 2
Titel/Originaltitel: Coruum - Vol. 2
Autor: Michael R. Baier
Buch/Verlagsdaten: Selbstverlag, 530 Seiten, ISBN-10 3-00-019724-9

Eine Besprechung / Rezension von Andreas Nordiek

Michael R. Baiers Erstlingswerk "CORUUM - Volume 1" sorgte im letzten Jahr für einiges Aufsehen. Der im Eigenverlag herausgegebene SF-Roman erhielt durchweg positive Kritiken und wurde unter anderem für den Deutschen Science Fiction Preis und für den Deutschen Phantastik Preis nominiert.

Entsprechend groß war die Erwartungshaltung der Leser im Hinblick auf den nun vorliegenden zweiten Teil der Trilogie. Vorweg sei bereits gesagt: Michael R. Baier konnte diese voll erfüllen.

Die Handlungsstränge schließen sich nahtlos an die aus dem ersten Teil der Trilogie an.
Der erste Roman endete mit einem von Außerirdischen durchgeführten Angriff auf Coruum, dem fast alle Mitglieder des Grabungsteams und die meisten US-Soldaten zum Opfer fielen. Die Verwirrung in den Führungsriegen der Amerikaner und auch der Britten ist groß, denn sie verfügen über keinerlei Informationen über die Angreifer. Zumal alle Satelliten ausgefallen sind. Verschlimmert wird die Situation noch durch einen verheerenden Angriff der Zentrumstruppen auf die Geheimbasis unter Area 51. In dieser hatten die Amerikaner die von Ihnen ausgeflogenen technischen Artefakte aus Coruum zu weiteren Untersuchungen transportiert. Schon vor dem zweiten Angriff einer der außerirdischen Fraktionen waren weite Teile Amerikas durch einen EMP lahm gelegt und Teile der obersten Führungsriege verschollen bzw. verunglückt. Nach dem brutalen Angriff auf den geheimen Regierungsbunker sind weitere wichtige Entscheidungsträger tot und alle Artefakte vernichtet. Die Amerikaner liegen mehr oder weniger am Boden und müssen sich vorerst auf die Konsolidierung im eigenen Lande konzentrieren.

Da allen klar ist, dass Antworten nur in Coruum selbst zu finden sind, springen die Britten in die Bresche und kehren mit einer Spezialeinheit zurück. Mit dabei sind der Forscher Donavan McAllon und der Amerikaner Sturgis. Hier kommt es dann auch zur ersten Begegnung mit den Vertretern der Sieben Königreiche, die ebenfalls sehr an den Hinterlassenschaften ihrer Vorfahren in Coruum interessiert sind. Sie stellen sich auf die Seite der Menschheit und riegeln die Erde vor weiteren Angriffen ab.

Während dessen wird die Handlung auch auf den verschiedenen galaktischen Handlungsschauplätzen vorangetrieben. Im Mittelpunkt steht dabei das Volk der Coruumer, die seit ihrer "Extraktion" von der Erde verschollen sind. Nach und nach enthüllt Baier die Zusammenhänge und beantwortet einige der wichtigsten Fragen und wirft sogleich weitere auf. Die Handlung wird dabei auf eine völlig neue Ebene gestellt. Konzentrierte sich diese im ersten Roman noch überwiegend auf die Erde, so weitet der Autor sie nun stark auf einen galaktischen Hintergrund aus. Dynamisch und spannend in Szene gesetzt baut er neue Figuren und Handlungsorte in seine Trilogie ein und entwirft einen sehr komplexen Gesamthintergrund, wie der Leser dies von Autoren wie Reynolds, Banks oder Hamilton gewohnt ist. Was die Lebendigkeit seiner Figuren, die Faszination des Handlungshintergrundes und der einzelnen Handlungsschauplätze angeht, so kann Baier locker mit den großen der SF-Szene mithalten. Dabei ist sein Universum deutlich bodenständiger angelegt wie die seiner Kollegen, was der Vielfältigkeit aber nicht schadet. Die Zivilisationen sind aufgrund Jahrhunderte langer kriegerischer Auseinandersetzungen stark militärisch geprägt. Zudem bleibt Baier bei all dem technischen Gigantismus, der sich in diesem Roman findet, halbwegs auf dem Boden des technisch vorstellbaren. Diese Realitätsnähe macht es für die Leser sicherlich einfacher das eine oder andere nachvollziehen zu können.

Michael R. Baier hat den positiven Eindruck, den man nach der Lektüre des ersten Teils gewonnen hat, eindrucksvoll bestätigt. Die Romanhandlung ist deutlich komplexer angelegt und stark ausgeweitet worden. Gleichzeitig greifen diese ineinander und es entwickelt sich nach und nach ein umfangreiches, stimmiges Gesamtbild. Baier macht hierbei nicht den Fehler alle offenen Handlungsstränge erst im letzten Teil der Trilogie abzuarbeiten. Vielmehr finden viele offene Fragen im Verlaufe der Romanhandlung eine Antwort. Gleichzeitig werfen diese eine ganz neue Handlungsebene auf, die noch weitaus komplexer erscheint als die bisherige.

Der Roman verfügt über alles was einen lesenswerten SF-Roman ausmacht. Zu den inhaltlichen Gesichtspunkten kommt der gute Spannungsaufbau, differenziert ausgearbeitete Figuren und eine sichere stilistische Leistung.

Aus meiner Sicht kann Michael R. Baier davon ausgehen seinen Roman erneut auf den Nominierungslisten der einschlägigen Genrepreise vorzufinden.

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