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Code Geass - Lelouch of the Rebellion (Staffel 1)

Bewertung: 5 / 5

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 code geass 1

Genre: Dystopie / Science-Fiction, Fantasy, Drama, Action
Serie: Code Geass, Staffel 1
Titel: Code Geass – Lelouch of the Rebellion
Originaltitel: Code Geass – Hangyaku no Lelouch
Sprache: Dt. DD 2.0, Jap. DD 2.0
Untertitel: Deutsch, Französisch, Holländisch
Bildformat: 16:9; Episoden: 25; Laufzeit insgesamt: 625 Minuten

Daten: KAZÉ (November 2012), Blu-ray-Box mit 2 Disks, 81,99 EUR, EAN: 7640105236589, FSK 16

Eine Besprechung / Rezension von Judith Gor (weitere Rezensionen von Judith Gor findet ihr hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Website www.literatopia.de)

Rezension

Code Geass – Lelouch of the Rebellion ist sicherlich einer der Animes, den Fans japanischer Zeichentrickkunst unbedingt gesehen haben sollten. Unabhängig davon passt die Neuveröffentlichung von Code Geass auf Blu-ray wunderbar zum aktuellen Dystopie-Trend.

Das Japan der nahen Zukunft – oder besser gesagt: Area 11 – ist eine Klassengesellschaft, in der die Einheimischen lediglich als Elevens bezeichnet werden und unter den Eroberern, den Angehörigen des Heiligen Britannischen Reiches, stehen. Mit ihrer überlegenen Technologie wurde Japan von den Britanniern regelrecht überrannt und auf den Trümmern des einstigen Tokyos thronen neue futuristische Bauwerke. Andere Teile sind zu Ghettos geworden, wo einige Japaner inmitten ihrer zerstörten Häuser leben. Nach der völligen Unterwerfung Japans ist Frieden eingekehrt, doch noch immer gibt es Widerstandsgruppen, die das Land mit Terrorismus überziehen. Dieser Widerstand ist aufgrund des arroganten und selbstgerechten Verhaltens der Britannier berechtigt und nährt sich aus der wachsenden Unzufriedenheit der Bevölkerung.

Lelouch ist ein britannischer Prinz, dessen Mutter ermordet wurde und dessen Schwester Nunnally seit dem Anschlag blind und an den Rollstuhl gefesselt ist. Die Geschwister wurden nach Japan verkauft und gelten offiziell als tot. Lelouch besucht unter falschem Namen die Ashford-Akademie und fristet ein für ihn sinnloses Dasein, das sich einzig um Nunnally und seine Rachegedanken dreht. Eher zufällig wird er in die Kämpfe zwischen Britanniern und Widerstandskämpfern verwickelt und erhält dabei sein Geass – die Macht, Menschen seine Befehle aufzuzwingen. Zwar unterliegt das Geass gewissen Beschränkungen, doch Lelouch sieht in ihm eine einzigartige Waffe, um endlich gegen sein Mutterland vorzugehen. Unter dem Codenamen Zero wird er Anführer einer japanischen Widerstandsgruppe und verbirgt dabei sein Gesicht. Niemand weiß, wer unter der Maske steckt, doch Zero scheint im Stande, das Unmögliche zu schaffen. Je stärker Lelouch in die Kämpfe verwickelt wird, desto mehr kommen seine zwei Gesichter zum Vorschein: er ist der treusorgende Bruder, ein intelligenter und vordergründig normaler Schüler, der sich um seine Freunde bemüht und sie beschützt. Doch er ist ebenso bereit, Menschenleben für seine Sache zu opfern und geht in seiner Rachelust manches Mal zu weit. Lelouch wird damit zum tragischen Antihelden.

Der Zuschauer erliegt trotz (oder auch wegen) seiner dunklen Seiten einer unbändigen Faszination für Lelouch und ist schnell auf seiner Seite. Das Britannische Reich agiert skrupellos und schlachtet die unschuldigen Bewohner der Ghettos ohne Reue ab. Und auch aufgrund der persönlichen Geschichte ist Lelouchs Hass gut nachzuvollziehen. Durch viele fragwürdige Taten werden sich manche Zuschauer wohl von Lelouch abwenden und auf die Seite anderer Charaktere schlagen, doch andere werden weiter zu Lelouch halten. Er ist endlich ein richtiger Antiheld, der nicht nur anfangs düster wirkt und letztlich nur für das Gute einsteht, sondern tatsächlich für ein gutes Ziel über Leichen geht. Sein bester Freund Suzaku versucht dagegen, das Britannische Reich von innen heraus zu ändern, und schließt sich als Britannier ehrenhalber Lelouchs Feinden an. Suzaku wirkt zunächst positiver als Lelouch, freundlich und auf friedliche Methoden besonnen. Doch auch Suzaku hat seine dunklen Seiten und wird im Rahmen der Kämpfe zu fatalen Entscheidungen gezwungen. Das Charakterdesign stammt von Clamp, einer japanischen Zeichnergruppe, die für Werke wie X und Tsubasa Chronicle bekannt ist. Lelouch besitzt eine gewisse Ähnlichkeit zu Kamui aus X, wobei letzterer sich irgendwann für eine Seite entscheidet und von da an als „gut“ durchgeht. Bei Lelouch lässt sich keine Zuordnung treffen, auch ist sein Charakter komplexer und stärker. Andere Figuren erinnern ebenfalls an klassische Clampcharaktere, wobei in Code Geass viele noch facettenreicher sind als in anderen Werken.

Den Machern von Code Geass – Lelouch of the Rebellion ist es innerhalb der fünfundzwanzig Episoden der ersten Staffel gelungen, eine komplexe fiktive Welt zu kreieren, in der man trotz zahlreicher Verwicklungen nicht den Überblick verliert. Auch was die vielen verschiedenartigen Charaktere betrifft, reichen wenige Szenen aus, um ihr komplexes Beziehungsgefüge darzustellen und den Zuschauer emotional mitzureißen. Viele persönliche Schicksale und politische Ereignisse werden zu einer spannungsgeladenen Story verwoben, die einen kaum zu Atem kommen lässt. Mit Hilfe gigantischer Kriegsmaschinen, sogenannten Knightmare-Frames, kämpfen die Charaktere gegeneinander, wobei die Protagonisten jeweils besondere Versionen besitzen. An Action mangelt es Code Geass nicht und am Ende erwartet den Zuschauer ein Kriegsszenario, in dem es keine echten Gewinner gibt. Die erste Staffel endet mit einem harten Cut und schürt Neugier auf die zweite Staffel.

Code Geass – Lelouch of the Rebellion bedient Animefans verschiedener Genres: Die komplexe Science Fiction-Welt und die Knightmares erinnern stark an Final Fantasy, das Setting an der Ashford-Akademie lockert die Kampfatmosphäre mit diversen Comedyeinlagen auf. Es gibt die typisch japanischen Übertreibungen sowohl was Kämpfe als auch Alltagsleben betrifft. Doch gerade weil Code Geass verschiedenste, fast schon klischeehafte Animeelemente auf gekonnte Weise kombiniert, ist die Serie wohl so erfolgreich. Sie bietet alles, was sich Animefans wünschen und kreiert trotzdem eine phantastische Geschichte mit Tiefgang, die viel Raum für eigene Gedanken bietet und grundlegende Fragen über die Zusammenhänge der Welt stellt.

In der neuen Blu-ray-Sammlerbox findet sich die komplette erste Staffel auf zwei Disks verteilt. Die Qualität ist ausgesprochen gut, Artefakte sucht man vergebens. Die deutsche Synchronisation ist gelungen, die deutschen Untertitel allerdings weniger. Fans von umfangreichem Bonusmaterial auf Disk werden zudem enttäuscht sein, denn dieses fällt knapp aus. Dafür gibt es ein dickes Booklet mit diversen Interviews, Charaktervorstellungen, Berichten aus der Entstehungsphase und zusätzliche Features. Wer Code Geass noch nicht besitzt, sollte zur Blu-ray-Box greifen, die insgesamt günstiger ist als die drei DVD-Boxen der ersten Staffel. Hardcorefans, die eine entsprechende Qualität auf einem großen Flatscreen wollen, sollten sich ebenfalls den Kauf der neuen Blu-rays überlegen. Die Serie hat übrigens diverse große Preise gewonnen wie beispielsweise den für die beste Anime-TV-Serie, was einem schon nach den ersten Folgen berechtigt erscheint.

Fazit

Code Geass – Lelouch of the Rebellion hat alles, was ein guter Anime braucht: facettenreiche Charaktere, ein komplexes Weltdesign, auflockernde Comedyeinlagen, actionreiche Kämpfe mit gigantischen Mechs, jede Menge Spannung und einen unheimlich charismatischen Antihelden. Verschiedene Genres werden in Code Geass auf einzigartige Weise kombiniert und zu einer tragischen Geschichte verwoben, die den Zuschauer emotional mitreißt. 10 von 10 Punkten.

 

Rezension zu "Code Geass - Lelouch of the Rebellion R2" (Staffel 2)

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