Spiegelzwillinge (Die Bücher des Kataklysmus, 1. Band)

Bewertung: 5 / 5

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Reihe: Die Bücher des Kataklysmus, 1. Band
Titel: Spiegelzwillinge
Originaltitel: The Crooked Letter (2004)
Autor: Sean Williams
Übersetzung: Michael Krug
Titelbild: n. n. (umlaufend)
Buch/Verlagsdaten: Otherworld Verlag (11/2009); 567 Seiten; 15,95 €; ISBN: 978-3-8000-9507-0 (TPB)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Seth und Hadrian Castillo sind Spiegelzwillinge. Spiegelzwillinge bedeutet, dass der eine, Seth, normal geboren ist, Hadrian jedoch das genaue Spiegelbild von Seth darstellt. So sitzt zum Beispiel sein Herz auf der rechten Seite, sein Blinddarm jedoch auf der linken Seite etc. Seth ist, sofern man das bei Zwillingen sagen kann, der ältere der beiden Brüder. Jedoch nicht lange, denn Seth wird in Stockholm ermordet: Die Weltreise, die die Brüder auch quer durch Europa führt, macht sie etwas unsicher. Die beiden haben das Gefühl, die ganze Zeit verfolgt zu werden. In ihrer Begleitung findet sich das Mädchen Ellis Quick, das sie unterwegs in einer Bar für Rucksacktouristen kennen lernten. Wie das so ist: Zwei Jungs und ein Mädchen kann nicht gutgehen. Die Brüder schlagen sich wegen ihr. In der Stockholmer U-Bahn treffen sie auf einen Mann, der beide Jungs und das Mädchen mit Hilfe von Komplizen festhält. Vor den Augen Hadrians ersticht dieser den Bruder. Der junge Mann ist am Boden zerstört, denn Seth hat ihm - trotz der Auseinandersetzungen, die sie hatten - mehr bedeutet als nur, der ältere Bruder zu sein. Hadrian sieht noch, wie Ellis weggeschleift wird, bevor er ohnmächtig wird.
Als Hadrian wach wird, liegt er in einem Krankenhaus - und wird gleich darauf von einem Polizisten verhört. Aus Angst vor dem Kriminalkommissar und den Pflegern, die ihm etwas seltsam vorkommen, landet er in einer menschenleeren Stadt. Alles sieht so aus, als ob sich die Menschen während der normalen Tätigkeit plötzlich in Luft aufgelöst hätten. Das Ende der Welt ist eingetreten. Die Menschen verschwunden, aber wohin? Nur knapp entkommt er selbst dem Tod. Immer trägt er das Gefühl mit sich herum, dass Seth nicht tot ist. Aber er hat ihn doch sterben sehen. Oder nicht?
Hadrian macht sich auf die Suche, denn irgendwo muss doch Seths Leichnam liegen. Die Stadt gibt ihm immer mehr Rätsel auf. Und er findet seltsame Verbündete und was diese ihm erzählen, hat mit Logik nicht mehr viel zu tun. Viel zu phantastisch ist das, was er zu hören bekommt. Gleichzeitig findet sich Seth in einem anderen Reich auf der Flucht vor Yod. Einem Reich, das, wie einige andere ebenfalls, mit der Welt, die er kennt, verbunden war. Yod ist der Herrscher seines Reiches und versucht die einzelnen Reiche zu verbinden, um die Seelen der Lebewesen schneller aufnehmen zu können. Yods Plan, die Reiche, die nach der Sintflut geteilt wurden, wieder zu verbinden, beruht auf der nicht ganz freiwilligen Hilfe der Zwillinge. Seths bizarre Reise durch eine noch ungewöhnlichere Welt führt ihn mit Diman Xol zusammen, der sich als eine Art väterlicher Führer herausstellt. Er erklärt ihm, was es mit der Welt und dem Hintergrund zu tun hat. Seth und Hadrian kommt eine ganz besondere Rolle in diesem Zusammenhang zu. Alle beteiligten Götter und Un-Götter sehen in ihnen eine wichtige Rolle mit einem Schuss Magie.

Was mir sofort auffiel, war das Titelbild. Es geht bei der Klappbroschur über sämtliche Seiten, nur gestört vom Text. Das Bild ist phantastisch, stimmungsvoll, hervorragend. Leider finde ich im Buch keinen Hinweis auf den Zeichner.
Der erste Roman der Tetralogie wurde von Michael Krug sehr gekonnt übersetzt. Ich las den Roman und war nicht gewillt, ihn aus der Hand zu legen. Dabei ist er gar nicht so einfach zu lesen. Die ganzen Anspielungen auf die unterschiedlichsten Mythologien erfordern schon ein wenig Gehirnschmalz. Wer diesen einsetzt, wird nicht enttäuscht werden. Wer sich für eine ungewöhnliche Welt, fernab der üblichen Fantasy, begeistern kann, ist bei dieser actionreichen und fesselnden Erzählung bestens aufgehoben. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass das Buch, und auch die folgenden, bei meinen Rezensionskollegen auf Widerspruch stößt. Die ungewöhnliche Handlung, die Hauptpersonen, denen keine Vergangenheit anhaftet, außergewöhnliche Ideen und ein nicht einfach zu folgender Handlungsstrang machen dieses außergewöhnliche Buch aus.
Der Autor ist mir nicht unbekannt. So erschienen ein paar Star-Wars-Romane in Deutschland, an denen er beteiligt ist.

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