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Blutiges Pergament

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Titel: Blutiges Pergament
Autor: Günther Bentele
Buch/Verlagsdaten: cbj Verlag (5/2006); 350 Seiten; 7,95 €; ISBN: 978-3-570-30132-6 / Thienemann Verlag (2002); ISBN-13: 9783522175210

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Im Jahr 1307 schickt der Bischof von Passau Boten aus, um ein Pergament in seinen Besitz zu bringen. (Irgendwie erinnert es an Das Kloster der Ketzer von Rainer M. Schröder, im gleichen Verlag erschienen). Doch er ist nicht der Einzige, der hinter dem Schriftstück herjagt. Die Macht, die von dem Pergament ausgeht, scheint unermesslich. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die beteiligten Parteien auch nicht vor Mord zurückschrecken. Im Jahr 1327 ist es vor allem der fünfzehnjährige Knecht Anselm der im Mittelpunkt steht. Er ist es, der einen Mörder erkennt, seinen kriminalistischen Verstand spielen lässt, obwohl er kein Kriminalist ist. Da er sich aber nicht selbst in Gefahr bringen will, wird der Mörder ungeschoren davonkommen. Anselm bleibt auf der Suche nach dem Falknerbuch ein einzelgängerischer Charakter. Zwar ist er in jedem Fall dem Ritter treu, anderen Rittern gegenüber ebenfalls als Untergebener zugetan, aber trotzdem in einigen Fällen eher ablehnend. Aus Sicht der Zeit ist er ein weltoffener Mann, denn so muss man Fünfzehnjährige dieser Zeit sehen, weitgereist, aber nur auf den engen Kreis ihrer Umgebung bezogen. Andere Parallelen kann man zu Umberto Ecos Der Name der Rose ziehen. In beiden spielt das Kloster Melk eine Rolle, lediglich mit einem Unterschied von zwanzig Jahren. In beiden Fällen steht eine Bibliothek, die niemand anderes betreten sollte, im Mittelpunkt.
Knapp siebenhundert Jahre später entdecken die fünfzehnjährige Jana und ihr Freund Jakob einen Blutfleck in einer wertvollen Handschrift. Daraufhin erhält Jakob anonyme Anrufe. Eine Männerstimme warnt ihn davor, sich weiter mit dem Blutfleck zu befassen. Doch das ist natürlich der Punkt, der bei Jugendlichen die Neugier erst recht weckt. Die beiden Freunde nehmen die Stimme natürlich nicht ernst. Und Janas Vater, der das Schriftstück untersuchen soll, verschwindet spurlos, weil er von einer seiner Reisen nicht mehr zurückkommt.
Jakob und Jana suchen natürlich weiter und kommen auf die Spur von Intrigen, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. Beide Jugendliche sind auf sich gestellt, als sie sich auf die Suche machen. Erst im Laufe der Handlung stößt die Freundin ihres Vaters dazu, von der Jana keine Ahnung hatte, und letztlich die Polizei. Zum Aufbau des Romans kann man stehen, wie man will. Die Abwechslung zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist eben das. Abwechslung. Manch ein Leser wird das aber nicht so mögen, erweckt das in ihm den Eindruck, dass es nicht recht vorwärts geht. Es ist aber auch kein Bruch der Erzählung, wenn man erst die Vergangenheit und dann die Gegenwart als eigenständige Erzählungen liest.

Ein paar Worte zum Autor, dem Buch entnommen:
Günther Bentele, geboren 1941, unterrichtet die Fächer Deutsch, Geschichte, Ethik und Philosophie. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. In seiner Heimatstadt Bietigheim trug er Wesentliches zur Erhaltung der historischen Altstadt und zu ihrer Gestaltung bei. Diese Tätigkeit führte zu einer Vielzahl von Veröffentlichungen im Bereich der Bau- und Ortsgeschichte sowie der Volks- und Landeskunde. Daneben schreibt er auch historische Jugendbücher. Für seinen Roman Wolfsjahre wurde er 1998 mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis ausgezeichnet. Für den Roman Schwarzer Valentinstag erhielt er im Mai 2000 den erstmals verliehenen Kinder- und Jugendkrimipreis "Martin".

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