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Blutbraut
Buch - Fantasy (B)
fictionfantasy.de - Blutbraut | Fantasy (B)

Titel: Blutbraut
Autor: Lynn Raven
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: 13-16 Jahre
Buch-/Verlagsdaten: cbt; Oktober 2011; broschiert: 736 Seiten; ISBN-13: 978-3570160701

Eine Rezension von Samira Bousfia
(weitere Rezensionen von Samira Bousfia auf fictionfantasy finden sie hier oder auf ihrem Blog "Medina of Books")

Inhalt
Magie macht ihn stark, Liebe verletzlich
Seit sie denken kann, ist Lucinda Moreira auf der Flucht vor Joaquín de Alvaro, denn sie ist eine „Blutbraut", und nur sie kann den mächtigen Magier davor bewahren, zum Nosferatu zu werden. Dazu aber müsste sie ihm ihr Blut geben und sich auf ewig an den Mann binden, der für sie die Verkörperung alles Bösen scheint. Doch dann tritt genau das ein, wovor sie sich fürchtet: Gerade als Lucinda sich erstmals verliebt hat, und zwar in den charmanten Cris, wird sie entführt und auf das Anwesen Joaquíns gebracht. Lucinda ist in eine Falle gelaufen, denn Cris ist kein anderer als Joaquín de Alvaros Bruder, und auch er sucht eine Blutbraut … Doch die beiden Brüder sind nicht die einzigen. Auch andere Mitglieder ihres Konsortiums begehren Lucindas Blut. Als Lucinda in die Gewalt eines von ihnen gerät und Joaquín sie unter Einsatz seines Lebens befreit, beginnt Lucinda sich zu fragen, welches die wahren Motive für sein Handeln sind …
(Quelle: cbt)

Rezension
Lucinda, völlig traumatisiert von den vergangenen Ereignissen ihres jungen Lebens, in denen ein Blutbad eine große Rolle gespielt hat, befindet sich seither auf der Flucht vor dem Einen, der ihr Blut braucht, um nicht völlig der Dunkelheit zu verfallen. Als sie glaubt, endlich jemanden gefunden zu haben, dem sie vertrauen kann, für den sie etwas empfindet, wird sie von seinen Leuten gefunden und zu ihm gebracht. Zu ihm, Joaquín de Alvaro, dem mächtigsten Hexer der Hermandad, der ihr Blut begehrt, da nur dieses ihn vor der Wandlung zum Nosferatu bewahrt. Man glaubt zunächst wie Luz selbst, dass Joaquín ein Monster ist, nur auf ihr Blut aus, doch im Laufe des Geschehens sympathisiert man immer mehr mit ihm, denn er ist anders als gedacht, zwar durchaus gefährlich und mächtig, aber nicht Lucinda gegenüber, und das, obwohl er ihr Blut so dringend benötigt und sie sich mit aller Gewalt dagegen wehrt, für immer an ihn gebunden zu sein, wenn sie ihn an ihren Hals lässt. So ist sie immer auf der Hut, darauf wartend, dass er über sie herfällt, und bereit, jede sich bietende Fluchtmöglichkeit wahrzunehmen. Aber dies bringt sie in noch größere Gefahr, denn Joaquín ist nicht der Einzige, der ihr Blut will, doch die anderen sind ihr nicht gerade freundlich gesinnt. So hat sie keine andere Wahl, als zunächst einmal auf Santa Reyada zu bleiben, seinem Zuhause, und zu versuchen seiner Blutgier nicht zum Opfer zu fallen. Doch je länger sie bei ihm ist, umso mehr erfährt sie über ihn, und Lucinda muss ihr Bild von Joaquín und ihrem eigenen Leben überdenken und kommt so einer schockierenden und verwirrenden Wahrheit auf die Schliche, die alles bisher Geglaubte auf den Kopf stellt und sie zur äußersten Entscheidung bewegt.

Durch Perspektivwechsel erfährt man sowohl Lucindas als auch Joaquíns Gedanken und Gefühle, sodass man beide besser kennen lernt und für beide Partei ergreift, denn beide haben berechtigte Gründe für ihre Handlungen. Die Beziehung der beiden ist mehr als nur kompliziert und von Lucindas Angst und Abscheu gegenüber Joaquín geprägt. Neben Lucinda und Joaquín gibt es dann noch eine Person, von der man gewisse Einblicke erhält und die den beiden nicht wohlgesinnt ist und ihre ohnehin schon problematische Situation noch erschwert. Denn dieser Jemand strebt nach Macht. Zu diesem Zwecke benötigt er Lucinda und Joaquín und schreckt auch vor direkter Gewalt aus dem Hinterhalt nicht zurück.

Zu Beginn sympathisierte ich erst weniger mit Lucinda, aufgrund ihrer teilweise naiven und kindlichen Reaktionen, die ich nicht wirklich verstanden habe, aber mit der Zeit veränderte sie sich, man lernte sie besser kennen und verstand ihre Situation, verstand ihre Reaktionen und Gefühle hinsichtlich der Lage, in der sie sich befand. Sie ist liebenswert und stark, hat viel erlebt, sodass auch ihre Abwehrreaktionen und Abwertungen Joaquíns Wesen gegenüber verständlich sind, sodass sie sich trotz aller Widrigkeiten voller Verzweiflung daran klammert, einen Ausweg aus ihrer Situation zu finden. Joaquin ist abwechslungsreich und überzeugt mit seiner Art sowie seinen Handlungen, man muss ihn einfach lieben. Er ist ein mächtiger Hexer, mit dem sich keiner gern anlegen mag, und im Laufe des Buches erfährt man auch warum und dass er diese Stellung zurecht einnimmt. Man wird völlig gefesselt von den Zusammenhängen zwischen Hexer und Sanguiera, den Blutbräuten, welche besonderen Fähigkeiten diese besitzen, welche Bedeutung sie für ihre Hexer haben und welches System in dieser Welt, die von Nosferatus heimgesucht wird, existiert.

"Blutbraut" ist eine mitreißende Geschichte voller Gefühle, die einen zum Lachen und auch Weinen bringen, denn man fühlt sowohl mit Lucinda als auch mit Joaquín, die durch ihre Einzigartigkeit und ihre besonderen Charakterzüge überzeugen. Man wird durch die Geschehnisse und den unglaublich fesselnden Sprachstil geradezu in den Bann des Buches gezogen und kann es kaum aus der Hand legen. Man hält beim Lesen pausenlos den Atem an, gespannt auf das, was als Nächstes passieren wird. Dazu die Einbringung spanischer Wörter die dem Ganzen das gewisse Etwas mehr verleihen.

Lynn Raven überzeugt mit einer kreativen und spannungsgeladenen Geschichte voller Mystik und Magie. Eine herzzerreißende Liebe mit einer fesselnden Story und einem absolut packendem Finale, das auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Einfach grandios. Eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe, und ein Muss für alle Lynn-Raven-Fans und für die, die es noch werden wollen.
Kann es jedem nur empfehlen.

5 von 5 Sternen

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