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Blood Hound Deluxe

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Titel: Blood Hound Deluxe
Autor: Kaori Yuki
Übersetzer: Jana Hartwig
Vom Verlag empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Buch/Verlag: Carlsen Verlag, Februar 2012, 224 Seiten gebundene Ausgabe, ISBN-13: 978-3551730442

Eine Rezension von Judith Gor
(weitere Rezensionen von Judith Gor hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Seite http://www.literatopia.de)

Rezension

Rions Suche nach ihrer Freundin Shiho führt sie in ein erotisches Etablissement namens „Krankenhaus“, in dem fünf vom Typ her vollkommen unterschiedliche Callboys ihre Dienste anbieten. Shiho soll von einem Vampir entführt worden sein und Rion nimmt an, dass die ominösen Herren im Krankenhaus ebenfalls Vampire sind. Doch diese zeigen sich wenig kooperativ, woraufhin Rion kurzerhand eine sündhaft teure Flasche Dom Pérignon zertrümmert, um unter dem Vorwand, ihre Schulden abarbeiten zu wollen, im Krankenhaus arbeiten zu können. Doch Rion war nicht bewusst, wie teuer diese Flasche wirklich war – ebenso ist ihr nicht bewusst, dass in ihr die Seele einer lang gesuchten Heiligen Jungfrau schläft …

„Blood Hound“ ist einer der Manga-Klassiker schlechthin und für jeden Fan von Kaori Yuki ein absolutes Muss. Die Geschichte bietet klassische Dark Fantasy-Elemente, einen leicht makabren Humor und sympathische Protagonisten, die in ihrer Interaktion für beste Unterhaltung sorgen. Vor allem zwischen Rion und der Vampir Suou besteht eine besondere emotionale Spannung, die auch in einem Einzelband (wie „Blood Hound“ es leider ist) überspringt. Überhaupt hat man trotz weniger Kapitel das Gefühl, eine längere Reihe gelesen zu haben, denn es passiert relativ viel. Dadurch muss man als Leser genau aufpassen, damit keine wichtigen Informationen verpasst werden. Denn „Blood Hound“ ist phasenweise etwas überstürzt und wirr und für so manch angeschnittenes Thema würde man sich ausführliche Erklärungen wünschen. Man spürt durchweg, dass der Manga mehr Potential hat, als hier ausgeschöpft wird. Der neue Epilog verleiht der Geschichte nochmals eine gänzlich neue Betrachtungsweise – ist aber ebenfalls etwas kurz geraten.

Die Geschichte an sich hat einen düsteren und leicht makabren Charme, der mit Vampirklischees spielt. Silberne Kreuze beeinträchtigen die Vampire tatsächlich, allerdings setzen sie sie gezielt ein, um ihren Blutdurst zu stillen. Auch ist Kaori Yukis Vampirbild nicht unbedingt romantisch angelegt, ebenso gibt es „falsche“ Vampire – Menschen, die gerne das Blut von jungen Mädchen trinken, um Macht auszuüben. Ebenso wird die Spießbürgerlichkeit ein wenig auf den Arm genommen und die sündigen, vampirischen Callboys schneiden in punkto Menschlichkeit meist am besten ab. Bei ihnen findet Rion ein neues Zuhause, auch wenn die Familie sehr speziell und jenseits aller Konventionen ist. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Gefühl, Freundschaft und Liebe, die Grenzen überwindet und die geliebte Person mit Ecken und Kanten akzeptiert. Garniert mit ein bisschen Punk, Vanpirmythologie und unpassend anmutenden deutschen Namen wie „Krankenhaus“ eine interessante Mischung, die Mangaleser schnell faszinieren kann.

Aufgelockert wird die recht düstere Geschichte von diversen Comedyeinlagen, die bei Kaori Yuki meist ebenso fein und detailreich gezeichnet sind wie die ernsten Szenen. Hastige Krakelzeichnungen findet man bei dieser Mangaka so gut wie gar nicht und natürlich warten die Charaktere in „Blood Hound“ wie gewohnt mit einer üppigen Haarpracht auf. Kaori Yukis Stil erkennt man sofort - er sticht aus der großen Masse an Mangas einfach heraus. Besonders gelungen sind die Gesichtsausdrücke, aus denen man die Emotionen leicht ablesen kann. Aber auch in punkto Kleidung zeigt sich Kaori Yuki kreativ. Dazu gibt es den mangatypischen offenen Panelaufbau, wo auch mal ein Bild in ein anderes hineinragt, wobei das Gesamtkonzept sehr professionell erscheint. Kurzum: „Blood Hound“ sieht verdammt gut aus und holt das Maximum aus einem Oneshot heraus.

Als Besitzer des ursprünglichen Taschenbuchs und des Specials sollte man sich jedoch überlegen, ob man sich die Hardcoverausgabe anschaffen möchte. Denn diese bietet tatsächlich nur einen kleinen Epilog als neuen Inhalt, alles andere ist Hardcore-Fans bestens bekannt. Dennoch ist die Deluxe-Edition vor allem für Sammler interessant, denn die Aufmachung ist absolut traumhaft. Ein edles Hardcover mit blutroter Glanzschrift, dazu schöne Farbseiten und vor allem eine hervorragende Druckqualität und ein größeres Format. Alle, die bisher „Blood Hound“ nicht in ihrem Besitz haben, sollten auf jeden Fall zur neuen Hardcoverausgabe greifen. Sie lohnt sich einfach. Abgesehen davon ist es schön, dass endlich mehr Mangas auch als Hardcover erscheinen, denn seine Lieblingstitel besitzt man gerne in einer wundervollen Optik. Ein weiterer Pluspunkt ist die höhere Stabilität eines Hardcovers. Natürlich lohnt sich eine solche Ausgabe nicht für jeden Manga, doch bei Kaori Yuki dürfte gerne zu jedem Werk eine Deluxe-Edition erscheinen.

Fazit

„Blood Hound“ ist ein Muss für jeden Manga-Fan und sah noch nie so gut aus wie in der Deluxe-Edition. Die Aufmachung ist schlichtweg traumhaft und vor allem für Sammler sowie alle, die den Manga noch nicht besitzen, interessant. Die Story selbst hat einen düsteren Charme und überzeugt mit emotionaler Spannung, skurrilen Ideen und einer leicht makabren Atmosphäre. 4 von 5 Sternen.

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