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Battlestar Galactica: Razor
Film - Science Fiction (F)

Titel: Battlestar Galactica: Razor
Regie: Félix Enríquez Alcalá
Drehbuch: Michael Taylor
Darsteller: Edward James Olmos, Michelle Forbes, Stephanie Chaves-Jacobsen, Jamie Bamber, Katee Sackhoff u.a.
Laufzeit: 120 min
USA SciFi Channel 2007

Eine Besprechung / Rezension von Jürgen Eglseer
(weitere Rezensionen von Jürgen Eglseer auf fictionfantasy findet man hier)

Lee Adama übernimmt den Battlestar Pegasus und muss sich mit den persönlichen Hinterlassenschaften Admiral Helena Caine herumschlagen - insbesondere den Auswirkungen ihres Führungsstiles, der von absoluter Macht, deren konsequenter Durchsetzung und von Überheblichkeit zeugt. Die engeren Mitglieder haben diesen Führungsstil mit übernommen, besonders die junge Kendra Shaw, die Adama als seinen neuen EXO einsetzt - wohlwissend, dass er sich hier eine Laus in den Pelz gesetzt hat. Jedoch will er mit ihrer Einsetzung eine Botschaft an die Crew der Pegasus aussenden.

Lee Adamas erste Mission ist eine Search and Rescue Mission nach einem verschwundenen Raptor.

Gleichzeitig kann der Zuschauer in Rückblicken die Geschichte der Pegasus seit dem Angriff der Zylonen auf die Kolonien verfolgen. Admiral Caine setzt sich brutal und manchmal auch mörderisch gegen alle bisherigen Moralvorstellungen durch, allein mit dem Ziel der Rache an den mechanischen Konkurrenten. Dabei formt sie ihren neuen Schützling Kendra Shaw zu ihrem Ebenbild. Bestes Beispiel hierfür ist die Zusammenkunft der Pegasus mit einer Flotte Zivilschiffe - Caine ordnet an, deren Schiffe gnadenlos nach allem Verwertbaren zu durchsuchen und die Zivilisten zurückzulassen. Als sich diese wehren, beginnt Shaw einzelne Zivilisten zu exekutieren...

In der 'Jetztzeit' wird Admiral Adama mit einer Episode aus seiner Vergangenheit, kurz vor Ende des ersten Zylonen-Krieges, konfrontiert. Dort entdeckte er eine Station der Zylonen, auf der man mit Hybriden zwischen Menschen und Zylonen experimentierte. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Gruppe immer noch isoliert existiert und die Raptor-Besatzung von ihnen gefangen wurde. Kara Trace und Kendra Shaw lassen sich im weiteren Verlauf auf ein Basisschiff schmuggeln, um dort die vermutete verschollene Besatzung zu befreien. Dort wird Shaw nun vollends mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Der neue Battlestar-Galactica-Film präsentiert sich als konsequente Erweiterung der Serie - er bietet eine Fülle an neuem Hintergrund - vor allem eben in Richtung des Raumschiffes Pegasus. Die bisher in der neuen Serie nur erwähnten Ereignisse in Zusammenhang mit Admiral Caine werden explizit dargestellt - nicht ohne Grund gibt es eine geschnittene - jugendfreundlichere - und eine ungeschnittene Version, die wenig Rücksicht auf die Emotionen der Zuschauer nimmt. Die erste Hälfte des Filmes wird mehr genutzt, die einzelnen Handlungsstränge des Filmes, teils zeitlich getrennt, vorzubereiten, was manchmal etwas dröge wikt. Im zweiten Teil kristallisiert sich einerseits die Story in der 'Jetztzeit' heraus, andererseits nehmen die dramatischen Handlungen auf der Pegasus in der Vergangenheit zu, was wesentlich auf die Spannung Auswirkungen hat. Beeindruckt hat mich vor allem die Schauspielerin Stephanie Chaves-Jacobsen, die in der Rolle als Kendra Shaw überzeugend den eiskalten Engel spielt, der schlussendlich von seiner Vergangenheit überwältigt wird. Toller Charakter und gut umgesetzt.
Insgesamt ist Razor ein gut gemachter Film aus der Battlestar Galactica-Reihe, der sich weniger als die dritte Staffel um Blabla und Metaphysisches kümmert, sondern knallharte Action und dramatische Charakterinszenierung bietet. Gelungen und sehenswert.

Kommentare (2)Add Comment
Rupert Schwarz
...
geschrieben von Rusch, November 23, 2007
Zitat: // der sich weniger als die dritte Staffel um Blabla und Metaphysisches kümmert, sondern knallharte Action und dramatische Charakterinszenierung bietet. Gelungen und sehenswert // Soll das heißen, dass ich nicht der einzige bin, der mit der dritten Season ein wenig die Lust an der Serie verloren hat?
Jürgen Eglseer
...
geschrieben von eglseer, November 23, 2007
Nein, du bist nicht der einzige - die zweite Hälfte der dritten Staffel zeigte im gegensatz zum bisherigen Serienkonzept nur Charakterstudien von traumatisierten Persönlichkeiten. Das mag zwar mal ganz gut sein, sowas zu bringen, aber Folge auf Folge immer wieder in dieselbe Kerbe zu schlagen, hat die Spannung sehr leiden lassen. Die Story um die Gerichtsverhandlung - nun, das hätte man auch straffen können, ohne immer wieder juristische Gespräche zwischen den Handlungsträgern verfolgen zu müssen. Wo blieb das grosse Ziel der Serie - die Entdeckung der Erde? Oder wurde dieses Ziel mittlerweile aufgegeben und man möchte einen Weg finden, wie Zylonen und Menschen miteinander leben könnten? Den Cliffhangar mit den neuen menschlichen Zylonen - also das fand ich etwas blöde. Jetzt ist ja fast jeder ein Feind... ob das der Serie zuträglich ist? Dann lieber mehr in der Richtung von Razor!

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