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SF Film Blog

Batman

Bewertung: 0 / 5

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Reihe: Batman
Titel: Batman
Regie: Tim Burton
Drehbuch: Sam Hamm, Warren Skaaren
Darsteller: Michael Keaton, Jack Nicholson, Kim Basinger, Michael Gough, Jerry Hall, Billy Dee Williams
Musik: Danny Elfman
FSK: 12
Laufzeit: 121
GB, 1989

Eine Besprechung / Rezension von Andreas C. Lazar
(weitere Rezensionen von Andreas C. Lazar auf fictionfantasy findet man hier oder auf seiner Webseite moviebazzar.de)

Siehe da, man kann einen Comic ja doch anspruchsvoll und werkgetreu verfilmen! Man muss nur die richtigen Leute engagieren, und schon kommt etwas wundervoll Verstörendes wie Batman heraus.

Tim Burton, Meister verschrobener Szenarien und bildgewaltig-entrückter Sets, schafft hier ein Gotham City wie aus einem klaustrophobischen Alptraum: riesige, schwarze Wolkenkratzer, die die wenigen, farblos angezogenen Menschen in den viel zu engen Straßen geradezu zu erdrücken scheinen, völlig übertrieben monumentalistische Heldenstatuen-Architektur, das Fehlen jeglicher Beleuchtung und die von jeder Zinne dräuenden mittelalterlichen Wasserspeier, im Englischen mit "gargoyles" viel eindrucksvoller beschrieben, schaffen eine dichte Atmosphäre der Beklemmung und Angst, die in jeder Szene zu spüren ist. Diese Stadt, ein zu einer Fratze verzerrtes Abbild New Yorks, vernichtet und zerquetscht seine Bewohner Stück für Stück, und wie lakonisch Burton das zeigen kann, hebt ihn gegenüber anderen Regisseuren deutlich hervor.

Auch zu einer Fratze verzerrt ist das Gesicht des Jokers, der nach einem Säureunfall psychotisch geworden ist und mit bunten Kostümen und lächerlich verrückten Attacken zeigt, dass man als Comic-Bösewicht lustig und furchterregend zugleich sein kann. Jack Nicholson spielt seinen Jack Napier daher auch mal skurril und mal eiskalt, aber immer professionell, genau und mit viel Spaß an der Sache. Den dürfte er mit seinen Mitspielern durchaus gehabt haben: Michael Gough als Diener Alfred ist wie in jedem Teil ein ironischer Genuß, Kim Basinger als investigative und um ihr Gewicht verlegene Reporterin Vicki Vale sowohl schön anzusehen als auch nuanciert und humorvoll, und Michael Keaton ist in jedem Moment eine Wucht. Wie er diesen Batman spielt, der seit der Ermordung seiner Eltern davon besessen ist, die Kriminalität zu bekämpfen, diesen kranken Mann, der zwischen seinem bürgerlichen Leben als Millionär und seiner geheimen, seltsamen Existenz als Fledermaus schizophren hin- und hergerissen ist, das verdient Anerkennung und macht Batman zu einem kontinuierlichen Genuss. Dazu kommt die ausgefeilte Story mit schönen Konfrontationen und Showdowns, die perfekte Kamera, die eingängige Musik und Burtons eigenwillig kraftvoll-dunkler Regiestil - und fertig ist eine der tiefgehendsten und beeindruckendsten Comic-Verfilmungen aller Zeiten.

4,5 von 5 Sternen

 

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