Text Size

Ausgebrannt

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Serie / Zyklus: ~
Titel / Originaltitel: Ausgebrannt (2007)
Autor: Andreas Eschbach
Verlag / Buchdaten: Lübbe; 752 Seiten; 19,95 Euro; ISBN 978-3785722749

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Markus Westermann hat nur ein Ziel im Leben: Er will in Amerika groß Karriere machen und im Spiel der ganz Großen mitmischen. Sein Einstieg im Arbeitsleben in den USA misslang jedoch, weil ihn der neu ernannte Bereichsleiter nicht leiden konnte und er sich ihn unglücklicherweise zum Feind gemacht hatte. Doch dann stößt er auf den Österreicher Karl Block, der scheinbar einen Weg gefunden hat, die Suche nach Erdöl zu revolutionieren. Er gründet mit ihm eine Firma, und tatsächlich beweist Brock, dass er weiß, wovon er spricht, als er im amerikanischen Hinterland an einem Ort fündig wird, wo niemand Öl vermutet hätte. Die Firma von Markus Westermann und Karl Brock rückt ins Interesse der Öffentlichkeit, und der Österreicher wird bereits als Retter der Menschheit gefeiert. Doch dann kollabiert in Saudi Arabien der größte Ölfeld, und der Welt geht der Betriebsstoff für den sich ständig weiterdrehenden Wirtschaftskreislauf aus: das Erdöl.

Andreas Eschbachs Vision vom Ende des Erdöls zerfällt bei genauerer Betrachtung in zwei Teile: Im ersten erlebt man, wie Markus Westermann ehrgeizig seine Pläne, ganz nach oben zu kommen, verfolgt und Probleme hat, sich zu behaupten. Im Anschluss daran kommt Andreas Eschbachs Vision vom Ende des Erdöls, die sich natürlich langsam vollzieht. Doch 5 % weniger Erdöl, das ist klar, bedeutet eine empfindliche Verknappung, und die Folgen beschreibt Eschbach recht eindrucksvoll. Würde sich der Autor mit seinem Roman auf die zweite Hälfte des Buchs konzentrieren, wäre alles in Ordnung und man könnte den Roman als ein neues, gelungenes Werk des Autors feiern. Doch da ist noch die erste Hälfte des Romans, und es vergehen viele Seiten, bis Andreas Eschbach zum Kern des Themas vordringt. Der Roman hat 750 Seiten, die relativ klein bedruckt sind, und die Hälfte des Umfangs geht für den Yuppie Markus Westermann drauf. Die Geschichte um diese Person, die sehr wohl die zentrale Figur des Romans ist, liest sich zu Beginn zäh, und es verlangt vom Leser eine gewisse Hartnäckigkeit, sich da durchzukämpfen. Im Prinzip kann man sagen, dass das Buch eigentlich zwei Romane enthält: die Geschichte von Markus Westermann, dem Yuppie, der in Amerika das große Geld machen will, und die Geschichte von Markus Westermann, einem Deutschen, der die Folgen der Ölkrise in Amerika am eigenen Leib spürt. Um es ganz offen zu sagen: Die erste Geschichte hätte sich Andreas Eschbach sparen können, zumal der Autor den ohnehin schon sehr ruhigen Erzählfluss immer wieder durch Rückblicke, in die näher liegende, aber auch ferne Vergangenheit, unterbricht. Der Autor will so Hintergrundwissen über die Entwicklung der Erdölförderung vermitteln, und der Roman driftet in diesen Passagen fast zu einem Sachbuch ab.

Gut, das ist jetzt meine persönliche Meinung, und es gibt bestimmt Leser, denen diese Erzählweise liegt. Ausgebrannt ist sicherlich kein uninteressanter Roman. Wie immer bedient sich Andreas Eschbach eines sehr guten Schreibstils, an dem es nichts auszusetzen gibt. Der Kollaps der Weltwirtschaft wird beeindruckend beschrieben, und die Lektüre des Romans verändert die Weltsicht des Lesers, denn diesem wird bewusst, was für ein wertvoller Rohstoff doch Erdöl ist und wie verschwenderisch wir damit umgehen. Die große Kritik aber bleibt: Der Autor braucht sehr, sehr lange, bis er zum Thema kommt.
6 von 10 Punkten.

I WANT YOU

 

Fictionfantasy.de sucht Phantastik-Begeisterte, die bereit sind an dieser Seite mitzuarbeiten.

Die Hilfe kann ganz unterschiedlich sein und muss auch nicht unbedingt das Verfassen von Texten sein - auch am Layout muss gearbeitet werden oder an der Datenbank.

Wenn dies etwas für dich ist, scheibe einfach eine EMail an rupert.schwarz @ gmx.de.

Schriftsonar

Schriftsonar #55 erschienen.

Datastream:
Kai Meyer: Die Krone der Sterne
Ian McDonald: Luna
Ian M. Banks: Surface Detail
Daniel Suarez: Daemon
Daniel Suarez: Dark Net
Daniel Suarez: Kill Decision

 

Phantast

 

PHANTAST ist das kostenlose, gemeinsame Online Magazin von fictionfantasy.de und www.literatopia.de das ca. dreimal pro Jahr erscheint. Wie der Name schon sagt, dreht es sich um die Phantastik in all ihren Ausprägungen. Ob Fantasy, Science Fiction, Horror oder wilde Genremixe - im PHANTAST soll alles vertreten sein!
Für jede Ausgabe gibt es einen Themenschwerpunkt, nach dem sich die Artikel und Rezensionen richten.

Übersicht aller Ausgaben

Top 1000 der SF

Über 300 Leute haben aus über 2000 Büchern die Besten SF Werke abgestimmt. Hier gibt es die Ergebnisse.

Viel Spaß beim Stöbern.

Top 1000 der SF

Wer sind wir?

fictionfantasy ist ein verlagsunabhängiges Rezensionsportal für phantastische Werke und mehr. Derzeit sind über 15.000 Artikel abrufbar!
Du hast fehlende Angaben bei Autoren oder Buchtiteln gefunden? Hast du einen Blog und willst im fictionfantasy-Netzwerk mitmachen? 
Schreibe uns! Kontakt siehe Impressum!