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Startseite - Film - Horror & Mystery - Aufruhr im Zauberwald
Aufruhr im Zauberwald
Film - Horror & Mystery (F)

Titel: Aufruhr im Zauberwald
Originaltitel: The Elm Chanted Forest
Alternativtitel: Fantasy Forest
Regie: René Cardona Jr.
Drehbuch: Fred P. Sharkey
FSK: ohne Altersbegrenzung
Laufzeit: 78 min
USA 1986

Eine Besprechung / Rezension von Jean Lüdeke
(weitere Rezensionen von Jean Lüdeke auf fictionfantasy findet man hier)

Als Zeichentrick noch echter Zeichentrick war, kam diese reizende und kindgerechte amerikanisch-tschechoslowakische Produktion auf den Markt. Filigran ausgearbeitete Charaktere, die jede für sich genommen von bestechender Originalität ist.

Peter Palette, ein junger Künstler, spaziert durch den Zauberwald und schläft unter der Zauberulme ein. Als er aufwacht, bemerkt Peter, dass er die Sprache der Tiere im Zauberwald verstehen kann. Das passt dem unbarmherzigen König Kaktus überhaupt nicht, denn er weiß, daß Peter Palette seine Regentschaft beenden kann. Also stiftet er mit seinen Kumpanen den "Aufruhr im Zauberwald" an. Peter findet heraus, warum König Kaktus so grausam ist: Er hat als einzige Pflanze noch nie geblüht. Ein Zaubertrank verwandelt den König in ein blühendes, freundliches, einfühlendes Wesen und alle Bewohner des Zauberwaldes treffen sich zu einem rauschenden Fest. Ein kleines Meisterwerk, sinnbildlich betrachtet auch eine Allegorie der politischen Verhältnisse, insbesondere der harschen sozialistischen Machtstrukturen in der Tschechoslowakei.

Lange Tradition und sehr hohe Reputation genießen Kinderfilme, insbesondere Trickfilme aus tschechischer Produktion sowieso. Schon ab den 1950er-Jahren entstand in der Tschechoslowakei eine Vielzahl von Animationsfilmen, die sich nicht nur an die kleinen Kinder richteten. Wie in anderen osteuropäischen Ländern, insbesondere auch Polen, wurde sehr großer Wert auf liebevoll ausgestattete und inszenierte Märchenfilme wie Das Mädchen auf dem Besenstiel (1972), Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973) und Die Mühlenprinzessin (1994) gelegt, die vor allem im damaligen Westdeutschland fröhliche Urstände feierten. Dies hat sich bis heuer ungebrochen fortgesetzt.

Keine Frage, fast alle Zeichentrickfilme vermitteln menschliche Moralvorstellungen. Doch manche Filme stützen sich so sehr darauf, dass sie die Vorlagen ganz vernachlässigen. Gleichwohl wird die Historie des Zeichentrickfilms dominiert durch Walt Disney, der jedoch schon auf Erfahrungen anderer zurückgreifen kann. Wer hätte das gedacht? Schon 1906 gab es mit Humorous Phases Of Funny Faces den ersten animierten Zeichentrick von J.Stuart Blackton. 1908 macht der Zeitungs-Cartoonist Winsor McCay mit Little Nemo (!) einen animierten Zeichentrickfilm, es folgte Gertie the Dinosaur. Also, lustige Fische und rührige Dinos hat es alles schon gegeben. Auch noch in der Stummfilmzeit. 1914 gründet Raol Barre in New York das erste voll durchorganisierte Zeichentrickstudio. Barre erfand die Perforierung des Papiers. Bill Nolan erkannte, dass durchgezogene Hintergründe Bewegung erzeugen. Und George Stallings bemerkte, dass einfaches Glas über dem Papier eine gute Zeichenhilfe sein kann ...

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