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Titel: Astronaut Farmer Eine Besprechung / Rezension von Jean Lüdeke |
Nicht nur mit 17 Lenzen hat man noch schöne Träume, sondern auch in der Midlife-Crisis kann man sich schon mal nach einem anderen, kommoderen Leben sehnen. Charles Farmer jedenfalls, der passend zum Namen mit seiner Frau und den drei Kindern auf einer Ranch in Texas lebt, wollte schon sein Leben eigentlich Astronaut werden. Und damit beginnt die Filmburleske: He had a dream: Charles Farmer (Billy Bob Thornton) will in den Weltraum. Da ihm dies während seiner Militärlaufbahn kurz vor der Umsetzung verwehrt wurde, konstruiert er nun auf seinem Grund und Boden, mitten in der texanischen Einöde, eben seine eigene Rakete, die ihm seine himmelstürmenden Visionen erfüllen soll. Durch dieses Vorhaben wird er in seiner Heimatstadt eher süffisant belächelt denn bewundert, und niemand hält es für möglich, dass er seinen Eigenbau jemals auch nur einen Meter in die Luft bekommen wird. Auch werden die finanziellen Mittel von Tag zu Tag knapper und die Bank sitzt ihm schon bald im Nacken. Einzig seine Frau Audie (Virginia Madsen, "Firewall", "Number 23") und seine drei Kinder glauben an ihren Vater, und als dieser sein Werk fast vollendet hat und nur noch den Treibstoff für seinen Flugkörper kaufen muss, wird plötzlich auch die Regierung auf den eigenartigen Texaner aufmerksam. Man versucht nun mit allen Mitteln, den Start zu vereiteln. Doch Charles Farmer will seinen Traum nicht begraben. Er schaltet die Medien ein und setzt alle Hebel in Bewegung, um eine Starterlaubnis zu erhalten ...
Sehr gefühlsbetont und erbaulich appelliert das Regie-Duo - die Zwillingsbrüder Polish, Michael führt Regie und hat das Buch gemeinsam mit Mark ersonnen - an die Allmacht des Tagträumens und natürlich an das Kind im Mann. Ebenso wie ihr sympathischer Hauptdarsteller in „Astronaut Farmer“ irgendwo zwischen Idealismus und Irrsinn angelegt ist, kreierten die beiden Büder einen amüsanten Film der Gegensätze und Traum-Panoramen. Der emotionalisierende Film ist gleichsam eine allegorische Farce auf die allgemeine Panik vor Massenvernichtungswaffen. „The Astronaut Farmer“ birgt unter seiner Familiendrama-Fassade einen sarkastisch-satirischen Rundumschlag auf alle gängigen Klischees. Schon mit ihrem Debüt „Twin Falls Idaho“ von 1999, das sie gemeinsam produzierten, inszenierten, für das sie das Drehbuch schrieben und in dem sie auch als Hauptdarsteller zu sehen waren, erregten die Zwillinge erstmals internationale Aufmerksamkeit. 2001 folgte für „Jackpot“ ihr erster Independent Spirit Award. Die Folgeproduktion "Northfork" mit James Woods, Nick Nolte und Daryl Hannah war 2003 der Eröffnungsfilm des renommierten Sundance Filmfestivals und gewann dann auch prompt.
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