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Der Amboss der Welt

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Titel: Der Amboss der Welt
Originaltitel: The Anvil of the World (2003)
Autorin: Kage Baker
Übersetzerin: Bettina Ain
Titelbild: Oliver Graute
Buch/Verlagsdaten: Feder und Schwert Verlag (02/2012); 384 Seiten; 12,95 €; ISBN: 978-3-86762-082-6 (TB)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Kage Baker legte mit diesem Roman ihren ersten Band vor, der im Bereich Steampunk angesiedelt ist. Bekannt wurde sie vor allem durch Geschichten um die geheimnisvolle Organisation „Die Firma“, die Zeitreisen kontrolliert. Diese Reihe machte sie unter Science-Fiction-Fans bekannt, doch richtig berühmt wurde sie nicht damit. Bemerkenswert sind jedoch ihre Kommentare und sozialkritischen Punkte, die sie immer wieder in die Literatur einbrachte. Das Gleiche gilt für die Dialoge, die immer wieder gut zu lesen sind, sprühen sie doch vor Esprit und sind mit spitzer Zunge geschrieben.

Schmied, so der Deckname (der letzte einer langen Reihe) unseres Hauptdarstellers, aber nicht sein Beruf, hat sich zur Ruhe gesetzt. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist man als Assassine nicht mehr gefragt. Um sich nicht weiter in der Umgebung seines letzten Tätigkeitsfeldes aufzuhalten und einen Konflikt mit Recht und Ordnung und deren Vertretern zu vermeiden, beschließt er zu verreisen. Da kommt ihm die Nachricht über eine sich neu formierende Karawane gerade recht und er heuert als Karawanenmeister an. Sein Transportgut sind neben einer illustren Gesellschaft - wie dem dekadenten Fürsten Ermenwyr samt seiner kurvenreichen Amme Balnshikund dessen Leibwächtern - zwei Dutzend Glasschmetterlinge. Die Reise geht von der Stadt Toorn, dem Brotkorb der Welt mit seinen riesigen Kornfeldern, in die Hafenstadt Salesh-an-der-See. Glücklich nach überstandener Karawanenreise dort angekommen, erwirbt Schmied ein heruntergekommenes Ferienhotel. Gemeinsam mit seiner begabten Köchin, die ihn auf der Reise begleitete, verwandelt er das Haus in ein Mehr-Sterne-Erfolgshotel (wenn es denn Sterne dafür geben würde). In Salesh-an-der-See könnte es nun sehr ruhig hergehen, Schmied könnte ein feines Leben genießen und die Seele baumeln lassen. Soweit die Planung. Leider geht am Vorabend des Festtages einiges schief. Plötzlich taucht der ehemalige Mitreisende Fürst Ermenwyr auf. Getarnt als einfacher Mann des Volkes, will er inkognito in der Menge untertauchen. Auf seiner Fährte findet sich jedoch ein Hexer, der dem Fürst ans Leben will. Klar, dass der Fürst Selbiges nicht freiwillig abgibt. Doch das ist nur ein Problem, das zweite handelt von einem Reporter, der für etwas Ähnliches wie die deutsche Bildzeitung arbeitet. Der Klatschreporter ist bekannt dafür, dass er seine Opfer erpresst. Und scheinbar hat eines seiner Opfer genug davon gehabt. Dass dabei auch noch Magie im Spiel ist, verschärft das Problem nur. Und dann erscheint auch noch die Gesundheitspolizei.

Die amerikanische Autorin Kage Baker starb am 31. Januar um 01:00 am im Alter von 57 Jahren an Gebärmutterkrebs. Kage Baker wurde am 10. Juni 1952 in Hollywood, Kalifornien geboren. Den größten Teil ihres Lebens verbrachte sie dort und in Pismo Beach. Ihr Vorname Kage leitet sich aus den Vornamen ihrer Großmütter Kate and Genevieve ab. Sie arbeitete lange Jahre als Theater-Regisseurin und Englischlehrerin. 1997 konnte sie ihre erste SF-Story verkaufen. Einen Bestseller-Erfolg landete sie dann mit ihrer historischen Zeitreise-Serie Zeitstürme. Im Jahr 2008 vermachte sie bereits ihr Archiv an die Abteilung für seltene und spezielle Bücher der Universität von Nord-Ilinois. Das vorliegende Buch glänzt vor allem durch den lockeren Sprachstil, es wirkt nicht gekünstelt, und daher ist der Roman sehr schön zu lesen. Bakers Ideen begeisterten mich, weil sie nichts Ungewöhnliches waren, aber im Zusammenhang mit dem Lauf der Geschichte wie selbstverständlich wirkten. Die Übersetzung von Bettina Ain finde ich durchaus gelungen, weil es keine Stilbrüche gab. Der Inhalt ist eine Mischung aus Fantasy und dem zur Zeit bei Insidern beliebten Steampunk. Dabei wird Steampunk weniger gern gelesen als gelebt. Das erste Buch in diesem Jahr, dass von mir die Bestnote erhält.

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