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Alraune
Film - Horror & Mystery (F)

Titel: Alraune
Alternativtitel: Geliebte zwischen Lust und Gier
Regie: Arthur Maria Rabenalt
Drehbuch: Kurt Heuser nach einem Buch von Hanns Heinz Ewers
Darsteller: Hildegard Knef, Karlheinz Böhm, Erich von Stroheim, Rolf Henninger u.a.
FSK: 12
Laufzeit: 88 min
BRD; 1952

Eine Besprechung / Rezension von Jean Lüdeke
(weitere Rezensionen von Jean Lüdeke auf fictionfantasy findet man hier)

Die eigentliche Definition: Alraun - die Alraunwurzel oder das Hexenkraut - ist schon von alters her vom Aberglauben des Volkes umkleidet. Die Beeren des Gewächses mit menschenartiger Gestalt dienten bereits im Altertum zu Liebes- und Schlaftränken. Im Mittelalter aber ging die Sage: Auf der Grenze zwischen Leben und Tod befruchtet des Gehenkten letzte Lebenskraft die Allmutter Erde. So zeugten Verbrecher am Galgen die Alraunen, jene Wurzeln mit menschenähnlichen Zügen. Bei Vollmond zogen die Menschen aus, Alraunenwurzeln zu suchen; denn man sagte, sie trügen Glück ins Haus. Dass sie aber auch Kummer verbargen, wurde nicht erwähnt.

Und hier hat eine Schönheit Kummer: Die junge Alraune ist von betörender Schönheit, offenbart jedoch keinerlei Gefühle. Sie ist das Produkt eines zynischen Experiments des Wissenschaftlers Brinken, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine Prostituierte mit dem Samen eines gehenkten Mörders befruchtet hatte, um zu beweisen, dass die Bosheit des Menschen bereits in seinen Genen steckt. Laut seiner Theorie wird sie alle Männer ins Verderben stürzen, die sich mit ihr einlassen. Da verliebt sich die mysteriöse Schöne in Brinkens Neffen Frank.

"Alraune" wurde 1952 produziert und basiert auf dem Roman "Alraune" (1911) - dem frühen SF-Geniestreich von Hanns Heinz Ewers ("sexueller Poltergeist" und Freund von Aleister Crowley): Ein verrückter Forscher pflanzt einer Hure die Spermien eines aufgeknüpften Mörders ein. Das auf diese Art gezeugte Kind trägt natürlich das dunkle Bösentum des Vaters und das luderartige Charakteristikum der Mutter in die Welt. "Das Lied vom einsamen Mädchen" erzählt die Geschichte dieser von Hildegard Knef dargestellten Frau. Sie verführt Männer ganz nach Laune, trifft später auf einen, der sie wirklich liebt - und wird vom eifersüchtigen Vater ermordet, noch bevor sie mit ihrem Herzblatt Freiheit atmet. Wie vom Volksmund ersehnt, gewährt Petrus letztlich dem Mädchen Einlass in den Himmel.

"Video.de" urteilt präzise: "Die fünfte Adaption von Hanns Heinz Ewers' erotisch-phantastischem Roman, 1952 unter der Regie von Arthur Maria Rabenalt entstanden. An die Qualität der beiden Stummfilmversionen von Michael Curtiz (1918) bzw. Henrik Galeen (1928) reicht diese ebenfalls sehr düstere Verfilmung nie heran, verfügt aber mit Erich von Stroheim als Mediziner sowie Hildegard Knef als verführerischer Titelheldin zumindest über ein exzellentes Hauptdarstellerduo. Den "armen" Frank gibt der überzeugende, hier noch nicht "Sissi"-geschädigte Karlheinz Böhm."

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