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SF Film Blog

Alien vs. Hunter

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Titel: Alien vs. Hunter
Regie: Scott Harper
Drehbuch: unbekannt
Darsteller: William Katt, Dedee Pfeiffer, Wittly Jourdan, Rob Filson, Aaron Council, Philip Bak, Collin Brock, Jennifer Couch u.a.
USA 2007
FSK 16
Laufzeit: ca. 85 Min.

Eine Besprechung / Rezension von Jürgen Eglseer
(weitere Rezensionen von Jürgen Eglseer auf fictionfantasy findet man hier)

Es ist nicht immer ein wahres Vergnügen, Nachgemachtes und Kopiertes anzusehen - meist ist das Ergebnis jenseits von Gut und Böse im Vergleich zum Original. Wenn man jedoch diesen Film zu Rate zieht, meint man, urplötzlich in ein Schwarzes Loch schlechten Geschmacks gesogen zu werden.
Im Zentrum stehen ein gammeliger und erfolgloser Schriftsteller, der im Film gar keinen Namen bekommt, die komplette Redaktion seines örtlichen Zeitungsladens, die verwaiste Tochter eines Absturzopfers, ein Blechkamerad, der mit seinem Raumschiff den Absturz verursachte und zu guter Letzt natürlich ein Alien.
Der oben schon erwähnte Blechdepp - dessen Design mich an eine Märchenverfilmung (entweder Zauberer von Oz oder Alice im Wunderland, ich weiß es nicht mehr genau) erinnert, brettert sein Raumschiff genau neben den Wohnwagen von Tammy und ihrer Mutter, wobei Letztere das Pech hatte, genau da zu stehen, wo das Schiff Erdkontakt bekam. Unser Schriftsteller rettet die schwarze Schönheit, deren Aufgabe ab sofort im kompletten restlichen Film ist, bei jeder sich bietenden Gelegenheit flennend in sich zusammenzubrechen und fürchterliche Grimassen zu schneiden. Unser Schriftsteller will die Armee alarmieren, bekommt aber nur sein Redaktionsteam der örtlichen Zeitung zusammen. Was angesichts zweier Aliens, die nun in den Wäldern nahe der nahmenlosen amerikanischen Kleinstadt herumstolzieren, etwas bitter wenig ist. Deswegen nimmt er Kontakt zu einem ehemaligen Freund auf - Two Fingers -, der als Militarist gegen jegliche Art von Invasion gerüstet ist. Aber auch die Hinzunahme einiger Militaristenfreunde - der örtliche Schützenverein? - hilft nicht gegen die technischen Möglichkeiten der Aliens. Unser Blechfreund scheint auf der Jagd nach dem zweiten Außerirdischen zu sein, welches natürlich die schrecklichste Form darstellt, die ein handelsüblicher PC als CGI darstellen kann. Menschenkörper auf Spinnenleib.
Und schon beginnt der Kampf zwischen Aliens und Zeitungsredaktion, wobei sich alle Parteien möglichst blöde anstellen, um die 85 Minuten Film auch ja korrekt füllen zu könnnen. Da man wohl nicht das Geld hatte, Platzpatronen für die Dreharbeiten zu verwenden, welche vernünftig knallen und rauchen, benutzt man grafische Blitze aus den Mündungen der Gewehre und Pistolen - ein Traum, wenn der Abdrückende wie wild mit dem Lauf herumwedelt, um das Abfeuern seiner Waffe darzustellen. Two Fingers zudem scheint ein wahrer Kraftprotz zu sein, schafft er es doch in einer Szene glatt, das etwa viermal größere Spinnenalien, welches zudem noch stabil auf acht Beinen steht, einfach so umzuwerfen. Was ihm im weiteren Verlauf natürlich nichts hilft. Seine Sterbeszene ist so göttlich grottig, ich werde beim nächsten Bier an ihn denken müssen!
Nun, wie es der geneigte Leser vielleicht zu ahnen scheint - viel Relevantes passiert in diesem Film nicht - ach, bis auf die eine Szene, in der die Redaktion mutig in das Raumschiff des Blechernen eindringt, ihm sein Lieblingsgewehr stielt und wieder flieht. Dem ungenannten Drehbuchautor ist wohl keine andere Möglichkeit eingefallen, nach drei Vierteln des Filmes mit zumindest einem der Aliens fertig zu werden. Und endlich fällt den Menschen ein, dass der Blecherne ein "Hunter" ist. Und was macht ein "Hunter"? Nun, die Antwort darauf kommt im Kontext erst etwa fünf Minuten später: Er ist auf der "Hunt". Ächz!
Dass die meisten der menschlichen Helden niedergeschossen, aufgeritzt, aufgefressen werden oder einfach urplötzlich verschwinden, ist klar. Genauso klar ist es, dass die Personen, die am häufigsten gezeigt werden, am Schluss überleben und sich alle zusammen lieb haben. Da der Schriftsteller (wer hat von euch jetzt gedacht, das dieser Typ nicht übrig bleibt?) nun mit zwei Frauen abzieht, die er zum "Kaffee" einlädt - ungeachtet der vielen Leichen, die hinter ihnen im Wald herumliegen -, kann man nur auf akute Fortpflanzungstriebe tippen.
Die Pointe des Filmes ist allerdings der Schluss, als der Blecherne sein Raumschiff betritt, mit dem Bordcomputer einen Smalltalk beginnt, sich eine Kippe anzündet und eine Dose Bier öffnet. Ein Film von Proleten für Proleten.

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