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Alice hinter den Spiegeln (Alice 2)

Bewertung: 5 / 5

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Serie / Zyklus: "Alice"
Titel: Alice hinter den Spiegeln
Orginaltitel: Through the Looking-Glass and What Alice Found There (1872)
Autor: Lewis Carroll
Illustration: John Tenniel
Verlag / Buchdaten: Insel Verlag, 1974, 145 Seiten, ISBN-13: 978-3458317975

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

 

Durch einen Spiegel gelangt Alice in ein Spiegelreich, und genau wie im Buch Alice im Wunderland beginnt Alice diese Welt zu erforschen. Waren es im ersten Buch Spielkarten, so trifft sie nun auf Schachfiguren, und alles scheint sich um eine Schachpartie zu drehen. Es wird bestimmt, dass Alice Königin werden soll, aber zuerst, beginnend als Bauer, 6 Felder vorrücken muss, um dann gekrönt zu werden. Munter macht sich Alice auf durch eine Welt, auf der so manches auf dem Kopf zu stehen scheint und der direkte Weg einen vom Ziel wegführt. Alice trifft auf ihrer Reise durch die verkehrte Welt auf ungewöhnlichste Typen, die ihr mal helfen, mal ihr im Weg stehen, aber immer wissen, woher sie kommt und wohin sie will.

Alice hinter den Spiegeln ist der zweite und letzte Band mit Abenteuern von Alice. Während die Geschichten um das Wunderland oft verfilmt wurden, ist diese Geschichte nicht so bekannt, und so mancher weiß gar nicht, dass es sie gibt. Dabei ist dieses das bessere Buch von beiden, denn die Geschichten sind reifer und hintergründiger. Eigentlich ist Alice hinter den Spiegeln kein richtiges Kinderbuch mehr, sondern eher ein Buch für Erwachsene; denn Kinder dürften Schwierigkeiten haben, die Hintergründigkeiten zu verstehen. Während im ersten Buch nur ein Gedicht oder Reim zu finden war, gibt Lewis Carroll in diesem Buch gleich mehrere seiner witzigen Reime zum Besten. Da ist z. B. das Gedicht von dem Walross und dem Zimmermann, die zusammen wie der Rattenfänger von Hameln Austern einlullen und dann verspeisen. Und es findet sich in dem Buch auch der berühmteste Text des Autors, das Gedicht vom Zipferlaken (engl. Jabberwocky), ein Gedicht voller blumiger Neologismen:

Verdaustig war's, und glaße Wieben
rotterten gorkicht im Gemank.
Gar elump war der Pluckerwank,
und die gabben Schweisel frieben.

Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe:
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe.

Soweit der Beginn des Gedichts auf Deutsch und Englisch.

Die Figuren in dem Buch sind ebenso skurril wie im ersten Buch: Da finden sich der Eierkopf Humpty Dumpty und die schrägen Zwillinge Twiddeldum und Twiddeldei, die Alice recht schnell mit ihren Fragen und Antworten sehr verwirren. Und nicht zu vergessen der Weiße Ritter (nur schwer zu übersetzen, denn der Springer im Schach heißt auf englisch Knight=Ritter), der sich selbst als der unbekannteste Erfinder bezeichnet, ständig Unsinniges erfindet, um dann wieder vom Pferd zu fallen. Und dann gibt es noch einen Zug voller Tiere, die sich unterhalten, ohne zu sprechen, und ein strickendes Schaf, das einen Einkaufsladen betreibt. Insgesamt ist Alice hinter den Spiegeln noch skurriler und phantasievoller als Alice im Wunderland. Das Buch wurde wiederum meisterhaft von John Tenniel illustriert, der mit 54 Zeichnungen dem Ganzen die rechte Stimmung verleiht.
9 von 10 Punkten.

Themenbereich "Phantastik für Kinder und Jugendliche"
- Autoren, Buch- und Film-Rezensionen -

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