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Aethermagie (Aethermagie, Band 1)

Bewertung: 2 / 5

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aethermagie


Reihe: Aethermagie, Band 1
Titel:  Aethermagie
Autor: Susanne Gerdom
Buch/Verlagsdaten: Ueberreuter, September 2012, 446 Seiten, Hardcover, ISBN-13: 978-3800056866

Eine Besprechung / Rezension von Melanie
(weitere Rezensionen von Melanie auf fictionfantasy findet man hier oder auf ihrem Blog "bibliofantastica.wordpress.com")

Schon das Cover des Buches hat mich neugierig gemacht: Die Zahnräder und Dampfleitungen deuten auf einen Steampunk-Roman hin, das blaue Licht inmitten eines Kreises mit mathematischen Zeichen und lateinischen Sätzen auf Magie und die junge Frau in praktischer Männerkleidung lässt auch einiges an Action vermuten. Für mich Grund genug, in das Buch hineinzulesen.

Katya und Kato, zwei Frauen mit einem Schicksal: Dem Kriegstreiben ein Ende setzen. Und doch sind diese zwei Frauen sehr verschieden: Katya Nagy ist Major der Vierten Abteilung (dem Sicherheitsbureau) und bemüht sich im Dienste ihrer kaiserlichen Majestät und in der des Zeitlosen Orden um den Frieden. Die junge Katya von Mayenburg gerät aufgrund ihrer Gabe, Aetherwesen zu sehen, in den Fokus der Kriegstreiber.

Susanne Gerdom versteht es, den Leser zu verwirren, bevor sie ihn Seite um Seite der Aufklärung ein Stück näher bringt. Schon die Namen der beiden Hauptpersonen auf den verschiedenen Erzählsträngen haben mich des Öfteren überlegen lassen an welcher Stelle ich mich gerade befinde, die Namen Katya und Kato sind sich eben einfach zu ähnlich. Auch was die Ziele des Zeitlosen Orden angeht, tappt man bis zum Ende im Dunklen, es scheinen jedoch durchaus gute Ziele zu sein, wenn eines davon das Ende des Krieges ist. Und auch die unterschiedlichen Figuren sind, abgesehen von Kato und Katya, nicht gerade durchsichtig: Die Motive des Pater Guardianus, dem Führer des Ordens der Unendlichkeit, stehen völlig im Dunklen. Herr Tiez, der Besitzer eines örtlichen Kuriositätengeschäfts, wirkt auf den ersten Blick wie ein netter älterer Herr, ein Herr, der ziemlich schnell meine Sympathie gewonnen hat. Sein Haus birgt allerdings so manches Geheimnis unter dem Zeichen der Lemniskate (dem Symbol für die Unendlichkeit). Und im weiteren Verlauf zeigt sich, dass nicht nur sein Laden einige Geheimnisse birgt, sondern auch er weit tiefer in die Geschichte verstrickt ist als man zu Beginn ahnt – auf welche Art und Weise bleibt allerdings bis zum Ende des Buches unklar.
“Aethermagie” ist kein klassischer Steampunk-Roman. Die Geschichte spielt nicht im britischen Hoheitsgebiet, sondern im kaiserlichen Reich. Es sind nicht Dampf oder Elektrizität, die die Geräte und Maschinen antreiben, sondern Aether. “Angewandte Aetherpysik” ist es, die den Aether in seine Bahnen lenkt. Für Kato sieht die Welt jedoch anders aus: Sie sieht kleine Wesen im Aether, Aetherwesen, die unter das Joch der Menschen gezwungen werden, um die Maschinen zum Leben zu erwecken. Eines dieser Wesen, das Plasmateufelchen Calander, haust in Katos Schreibtischlampe. Seine Nörgeleien ob der Langeweile in dieser Lampe und seine Bitten an Kato, ihm doch etwas vorzulesen, konnte ich mir wirklich bildhaft vorstellen – und der kleine Kerl ist mir damit ziemlich schnell ans Herz gewachsen.
Menschen wie Kato, die diese Aetherwesen sehen können, sind selten (auch wenn der Leser in “Aethermagie” auf einige dieser Menschen trifft). Ihre Gabe kann sie in eine Irrenanstalt bringen – und was dort geschieht, kann man nur vermuten (oder fürchten). Im Auftrag von Major Nagy wird Kommissar Jewgenij in die Irrenanstalt am Brünnlfeld eingeschleust – als Insasse. Dieser Strang der Geschichte bringt einiges ans Licht, verändert Jewgenij jedoch völlig.

Es ist eine faszinierende Welt und ein faszinierender Plot, die Susanne Gerdom in “Aethermagie” einführt. Die Spannung kommt größtenteils durch die Unwissenheit der Hauptfiguren und des Lesers sowie der langsamen Aufklärung zustande. Es gibt allerdings auch einige Stellen, bei denen man um liebgewonnene Figuren bangen muss. Zum Ende hin kommt es dann auch zum Einsatz von Waffengewalt und geballter Aethermagie. Mit der letzten Seite des Buches hat der Leser zumindest eine guten Überblick über die einzelnen Fronten und einen detaillierten Einblick in Katos und Katyas Welt sowie die der Aetherwesen bekommen. Es sind jedoch längst nicht alle offenen Fragen geklärt. Die Wichtigste, die dem Leser mit dem Ende auf der Zunge brennt, ist allerdings wohl diese: Wann geht es mit dieser Geschichte weiter?

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