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Aeternum

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aeternum

Titel:  Aeternum
Autorin: Andrea Bottlinger
Buch/Verlagsdaten: Knaur, 576 Seiten, Taschenbuch, ISBN-13: 978-3426511794

Eine Besprechung / Rezension von Melanie
(weitere Rezensionen von Melanie auf fictionfantasy findet man hier oder auf ihrem Blog "bibliofantastica.wordpress.com")

Im Gegensatz zu dem hier gezeigten Pressebild ist das Cover eher türkis-schwarz als grün-schwarz (und sieht damit noch um einiges besser aus). Die zweigeteilte Darstellung, die eine Hälfte in Schwarz, die andere in Türkis, und die jeweils darin befindliche geflügelte Gestalt in der anderen Farbe gefällt mir – und passt vortrefflich zu der Geschichte. In Schwarz und Weiß hätte es zwar noch besser gepasst, sähe aber bei weitem nicht so gut aus.

Ein Berlin voller Engel und Dämonen, die nahezu unerkannt unter den Menschen leben – die Engel eher als die Dämonen, den diese wissen es, Gefolgsleute unter den Menschen zu gewinnen. Ein Waffenstillstand zwischen Dämonen und Engeln, der den Umgang mit den Menschen regelt und die Welt vor einem vermutlich schrecklichen Krieg bewahrt.
Als der Berliner Alexanderplatz ohne Vorwarnung einstürzt und einen riesigen Krater hinterlässt, rücken die verfeindeten Parteien näher zusammen: Ein Abgesandter der Engel und einer der Dämonen sollen gemeinsam den Krater erkunden und die Ursache für den Einsturz herausfinden.

Andrea Bottlinger beginnt ihren Roman mit einem Einbruch in eine Villa. Nur wenige Sekunden trennen Amanda und ihren Bruder von der Entdeckung durch die Alarmanlage – ein rasanter Einstieg, der den Leser kaum zu Atem kommen lässt. Neben dem ersten Adrenalinkick liefert der Prolog auch Amandas persönlichen Hintergrund für den Dienst an einem Dämon. Die Vorstellung der zweiten Hauptperson, Jul, ist nicht weniger spektakulär als die Amandas: Er befindet sich mitten im Geschehen, als ein riesiges Beben den Alexanderplatz einstürzen lässt. Diese ersten beiden rasanten Kapitel lassen nicht nur ein Kopfkino der Extraklasse entstehen, (das ich auch wirklich gerne auf einer Leinwand betrachten würde) sondern den Leser auch einen ersten Blick in das Innere der Hauptfiguren erhaschen. Ein Blick, der die Grundlage für das spätere Verständnis der Figuren legt.
Im weiteren Verlauf der Geschichte werden sowohl Amandas als auch Juls Umgebung näher beleuchtet, was die Geschichte jedoch nicht im Geringsten an Fahrt verlieren lässt: Dämonenbeschwörungen, Enthüllungen, Suche nach Verborgenem und eine gemeinsame Mission von Engeln und Dämonen – Juls und Amandas Mission. Eine Mission, die beide nicht ganz freiwillig übernehmen. Außerdem eine Mission, bei der beide Teilnehmer eine gehörige Portion Misstrauen gegenüber dem anderen Partner pflegen. Engel und Dämonen, Schwarz und Weiß passen eben nicht wirklich zusammen. Andrea Bottlinger zeichnet ihre Figuren jedoch nicht in Schwarz-Weiß, sondern in Farbe. Gut und Böse bilden hier einen fließenden Übergang – was jedoch bei Weitem nicht zu einer Gutmalerei der Dämonen führt. Sie führt allerdings zur In-Fragestellung der Grundlagen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und damit ist “Aeternum” definitiv kein Buch für konservative Monoteisten.
Wer unvoreingenommen an das Buch herangeht, wird einige Überraschungen erleben. Denn auch wenn Andrea Bottlinger in “Aeternum” klassische Elemente wie die Funken zwischen den Hauptfiguren und typische Dämonenbeschwörungen verwendet, gibt es einiges, was sie ganz neu angeht. So, wie die verschiedenen Fronten durch die beiden Hauptpersonen sowohl vor- als auch in Frage gestellt werden, muss auch der Leser im Verlauf der Geschichte einige vorgefasste Meinungen in Frage stellen.
“Aeternum” bietet allerdings nicht nur Überraschungen, sondern auch einiges an Spannung. Andrea Bottlinger führt den gelungen Auftakt gekonnt fort und lässt vor dem inneren Auge des Lesers immer wieder leinwandgeeignete Bilder entstehen: Fliegende Zweikämpfe, Engel gegen Dämon; unterirdische und dunkle Gänge, in der jeder Schritt der letzte sein könnte; dramatische Szenen, die selbst einen Dämon bewegen können.

Mit “Aeternum” hat die Autorin es geschafft, eine wirklich neue Idee zu Papier zu bringen. Die Figuren ihrer Geschichte entsprechen dabei keinesfalls einem neuen fantastischen Typus, aber die Grundlage ihrer Geschichte ist definitiv anders. In Verbindung mit dem bildträchtigen Schreibstil, der einem Drehbuchautor für Action-Filme Konkurrenz machen könnte, ist Andrea Bottlinger damit ein Fantasy-Action-Roman der Extraklasse gelungen.

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